Seiten: 1 2
Wir schreiben das Jahr 2027. Stellt euch vor, wie es wäre, wenn ihr morgens im Kakaokeller kein Wurstbrötchen mehr kaufen könntet. Es gibt keine Salami- oder Schinkenpizza mehr. Die Currywurst kann man gleich vergessen. Die Mensa muss auf vegetarisch umsteigen.
Doch das sind nur die kleinen und ertragbaren Veränderungen. Deutschland verliert einen Großteil seiner Einnahmen aus Exportgeschäften und einen riesigen Wirtschaftsfaktor. Damit nicht genug. Die Arbeitslosenzahlen steigen, während das Essen immer teurer wird. Die Umwelt wird noch mehr verschmutzt als zuvor.
Und warum?
Weil die Massentierhaltung abgeschafft worden ist!
Fleisch ist praktisch unbezahlbar geworden. Seit die intensive Tierhaltung verboten worden ist, sinkt das Angebot an frischem Fleisch drastisch. Mit extensiver Haltung kann nicht genügend Fleisch produziert werden, damit der heutige Verbrauch gedeckt wird. Da die Produktionskosten rapide ansteigen, steigt der Preis für ein Kilogramm Fleisch ins Astronomische.
In einem Schwein muss nun mehr an Futter, Platz und Wasser „reingesteckt“ werden, damit es den Ansprüchen gerecht wird. Maschinen lohnen sich nicht, da diese erst ab einer bestimmten Anzahl von Tieren lukrativ werden.
Dadurch wird nicht nur die Umwelt stark belastet, da dies einen Verlust von wertvollen Rohstoffen bedeutet. Des Weiteren werden viele Landwirte arbeitslos, beziehungsweise verdienen nicht genug Geld zum Überleben. Und nicht nur viele Bauern sind betroffen, auch Schlächter, Metzger, LKW-Fahrer, Elektroniker, Maschineninstallateure, Tierärzte, Pharmazeutiker, und so weiter, und so weiter.
Irgendwann werden diese Leute auf die Barrikaden gehen. Und was dann? Es wird Fleisch aus dem Ausland importiert. Aus Massentierhaltung, die, anders als die deutsche, nicht auf verschiedene Art und Weisen geprüft wird.
Nun kann der Verbraucher sich zwischen teurem Fleisch aus schlechter Tierhaltung im Ausland (schlecht für die Umwelt, da es einen langen Transportweg gibt) und noch teurerer Ware aus deutscher Vorzeigehaltung entscheiden.
Natürlich wäre es schöner, wenn Schweine, Hühner und Kühe ein besseres Leben hätten, doch das ist nur realisierbar, wenn wir alle unsere Einstellung dem Essen gegenüber ändern würden. Und zwar nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern weltweit.
Es ist nun mal nicht möglich, es allen recht zu machen. Das gilt auch für die Tiere.





1 Kommentar zu diesem Artikel
1
Sehr interessanter Beitrag von beiden Seiten. Dennoch denke ich, dass es eine schlechte Idee ist 7 Milliarden Menschen mit knapp 60 Milliarden Nutztieren versorgen zu wollen. Eine ökologische Katastrophe ohne Ausmaß. Deswegen sollten wir es lassen. Es ist ja nicht so,dass die Massentierhaltung von heute auf morgen in Deutschland (aber in andern Ländern nicht) abgeschafft wird…das ist ein Prozess der sich langsam, aber sicher in den Industrienationen vollzieht. Landwirte zB hätten genug Zeit sich umzustellen. Denke, dass die Abschaffung der Sklaverei auch viele Arbeitsplätze gekostet hat :D Es hat sich ja schon einiges verbessert zB Käftighaltung von Hühnern, Bedingungen in der Schweinemast. Dennoch muss der Verbraucher sensibilisiert werden, für die Produkte die er kauft und welch Risiken das für seine Gesundheit und die Umwelt brigt. Denke, das Leid der Tiere ist für viele ein notwenidiges Übel um an Billigfleisch zu kommen. Seien wir doch mal ehrlich: das Fleisch was wir heute für 1,79 Euro/ Kg bei Aldi kaufen hat nichts mehr mit dem Fleisch von vor 50 Jahren zu Tun. Wie gesund kann es schon sein, ein überzüchtetes, genetisch manipuliertes, sein Leben lang zur Qual gehaltenes Tier zu essen? Fleisch in den Massen, wie es heute konsumiert wird ist DER Umweltfaktor für Zivilisationskrankheiten schlechthin. Es gibt keine physiologische Notwendigkeit es zu essen, da eine ausgewogene vegetarische Ernährung mehr als ausreicht. Leider wird das Bild vom Fleisch als ein Stück Lebenskraft immer noch von Ablegern der Massentierhaltung am leben gehalten und grade bei jungen Männern scheint es als absolut männlich zu gelten möglichst viel Fleisch zu konsumieren. Der Mensch als Jäger und Sammler sozusagen…mag ja sein, dass es früher mal so war. Jetzt bildet sich der Mensch aber so viel auf seine “Zivilisation” ein, da er ja so furchtbar intelligent ist…und deshalb seinen Körper und die Umwelt gegen die Wand fährt. Zivilisation verlangt aber von uns ab einem gewissen Punkt, aufzuhören unsere Mitlebewesen aufgrund unserer körperlichen Verlangen zu töten. Einen anderen Grund gibt es nicht für den Fleischkonsum. Es ist allein der Geschmack. Und vielleicht die Ignoranz gegenüber dem Leid eines Säugetiers, das jede Voraussetzung besitzt Schmerz und Angst genauso wahrzunehmen wie wir. Wer das leugnet, leugnet einen Teil seiner eigenen empfindsamen Natur. Es ist wie so oft das bewusste Wegschauen und die Bequemlichkeit, die verhindert, dass wir unsere Gewohnheiten umstellen
Was sagst du dazu?