Nahtoderfahrung – ein Phänomen, das öfter auftritt als Viele denken. „An der Grenze zwischen Leben und Tod“ wird dieses Erlebnis oft beschrieben.

Es kommt zu diesen Nahtoderfahrungen, wenn Patienten für einige Zeit klinisch tot sind, bei denen also das Herz-Kreislaufsystem aussetzt. Eben weil die Techniken in der Reanimation so stark verbessert und verfeinert wurden, steigt die Anzahl der Menschen, die schon mal eine Nahtoderfahrung gemacht haben, stetig an.

Das Erstaunlichste an der ganzen Sache ist jedoch, dass viele Menschen von den gleichen Erfahrungen berichten, egal welche Religion, welche Kultur oder welches Alter, die Erlebnisse, die sie machen, haben oft den gleichen Charakter.

So ist die „Außerkörperliche Erfahrung“ („out of body experience“) meistens ein fester Bestandteil einer Nahtoderfahrung. Der Betroffene hat das Gefühl aus seinem Körper auszutreten, sodass er sich selbst von oben her betrachten kann, sie fühlen sich also in gewisser Weise körperlos. Es wird sogar berichtet, dass der Patient Dinge sehen kann, die er aus Sicht des Körpers nicht hätte sehen können. Teilweise kann der Betroffene den Arzt oder medizinische Geräte haargenau beschreiben. Er weiß, wer alles im Raum war und er weiß sogar, was gesprochen wurde. Seine Sicht ist aber nicht mehr vom Raum und von der Zeit abhängig, das heißt, manchmal kriegt er sogar mit, was gerade im Nebenraum oder in einem ganz anderen Gebäude passiert.

Diese Körperlosigkeit geht oft damit einher, dass der Schmerz zum Beispiel von Unfallopfern schlagartig aufhört. Sie fühlen sich in ihrer Situation wohl, empfinden keinen Schmerz mehr, sondern haben ein Gefühl von Freiheit und Belanglosigkeit. Dieses Gefühl wird auch oft durch ein Licht ausgelöst, welches dem Betroffenen in diesem Moment die Bedeutung von unendlicher Liebe klar macht. Es kommt dann oft dazu, dass es scheint, dass man Teil dieses Lichts wird, man hat also das Gefühl, man trüuge diese komplette und eindeutige Liebe in sich.

Zwei weitere Phänomene der Nahtoderfahrung sind erstens die Begegnung mit bereits verstorbenen engen Verwandten, oft sind sogar Gespräche möglich, worauf dem Patienten oft klar wird, dass er noch nicht sterben will, und der Herzschlag setzt wieder ein, und zweitens kommt es oft dazu, dass besondere Ereignisse des eigenen Lebens an einem vorbeirauschen.

Die Nahtoderfahrungen hängen wohl sehr eng mit dem Glauben zusammen, denn um überhaupt für einen Moment ins „Jenseits“ einzudringen muss man an das Jenseits glauben, es muss einem also bewusst sein, dass es etwas nach dem Tod gibt, sonst ist eine solche extreme Empfindung wohl nicht möglich.

Viele gläubige Gruppen sehen Nahtoderfahrung als Beweis für das Jenseits an, denn in genau diesem Moment spielen Körper und Geist nicht mehr zusammen. Der Geist überdauert sozusagen den Körper. Es gibt aber auch die Behauptung, dass diese Erfahrungen nichts damit zutun haben, dass der Geist sich vom Körper trennt, sondern durch einen Sauerstoffmangel im Gehirn, durch Hormonausschüttungen oder durch letzte Lichtreflexe im Auge ausgelöst werden. Somit kommt man auch durch diese Ereignisse der Frage, was nach dem Tod passiert, nicht wirklich näher.

Diese außergewöhnlichen Erfahrungen nehmen aber natürlich sehr großen Einfluss auf das weitere Leben der Betroffenen. Es verändert oft ihr Denken, ihre Handlungen, und dies ist das Ergebnis daraus, dass sich natürlich das Bewusstsein für das Leben verändert. Ihnen wird klar, dass ihr Leben noch nicht zuende sein kann, sie möchten mehr erleben und bewusst genießen. Jedoch beeinflusst diese Vorstellung vor allem das Denken über den Tod. Den Patienten wird bewusst, dass Sterben nicht schlimm ist für den Menschen, vor allem nicht wehtut, deswegen verlieren sie ihre Angst vor ihrem eigenen Tod.

Dieses Geschehen spiegelt wider, dass die Spanne zwischen Leben und Tod nicht so besonders groß ist, eigentlich stehen diese beiden Dinge sogar in direkter Verbindung. Jedoch wird die Frage nach dem Tod, der Ewigkeit und dem Sterben immer Sache des Glaubens sein, denn das „wirkliche“ Sterben wird unvorstellbar bleiben.

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