18. August 1989, Cloverdale (Kalifornien). Der Amerikaner Troy Davis und sein Freund verlassen eine Party und bemerken einen Streit zwischen einem Mann namens Sylvester Coles und einem Obdachlosen um ein Bier. Der zu diesem Zeitpunkt außerdienstliche Polizist Mark McPhail geht dazwischen, wird dabei getötet: Jemand schießt auf ihn. Ein Schuss ins Herz, einer ins Gesicht, keine Chance für McPhail.
Diese Nacht wurde Troy Davis zum Verhängnis. Laut Aussagen von Zeugen soll er auf den Polizisten geschossen haben und wurde deshalb zum Tode verurteilt. Einer dieser Zeugen war Coles, der zu diesem Zeitpunkt angeblich selbst unter Mordverdacht stand. Natürlich war diese Aussage sehr fragwürdig, wurde aber trotzdem als glaubwürdig anerkannt.
Troy Davis jedoch bekundet seine Unschuld immer wieder, gab jedoch zu, zur Tatzeit auf dem Burger-King-Gelände gewesen zu sein. Seine Wohnung wurde durchsucht, keine Beweise, keine Tatwaffe, keine DNA- Spuren. Wiederaufnahmeanträge wurden mehrfach abgelehnt. Jedoch entschied der Oberste Gerichtshof der Staaten am 17. August 2009, dass Davis das Recht habe, noch einmal angehört zu werden. Man beachte: Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon 19 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht.
Resultat des Verhörs im J
uni 2010 war, dass 7 Zeugen ihre Aussage wieder zurücknahmen oder sie drastisch änderten. Einige von Ihnen gaben an, Polizisten hätten sie damals unter Druck gesetzt. Obwohl die Möglichkeit bestand, Hauptbelastungszeuge Silvester Coles vorzuladen, wurde er nicht verhört.
Das Urteil des Richters Moore fiel schlecht für Davis aus. Er sagt, er könne das Urteil der Jury von 1991 nicht außer Acht lassen, wenn die Unschuld nicht klar bewiesen ist.
Ein Begnadigungsversuch wurde am 20. September 2011 abgelehnt.
Seine Hinrichtung fand am Abend des 21. September 2011 statt, etwa 20 Leute waren in einem Zuschauerraum und erlebten Davis’ letzte Minuten. Reporter, Anwälte und die Familie McPhails unter ihnen.
Seine letzten Worte gehen an die Familie des Opfers. Troy Davis sagt, dass er nicht an dem Tod McPhails schuld ist, er hatte keine Waffe. Außerdem fordert er auf, den Kampf gegen die Todesstrafe nicht zu beenden, denn dieser ende nicht mit ihm. Er bittet um den Segen für diejenigen, die ihm das Leben nehmen werden.
Seit der Aufnahme des Prozesses 1991 wird er durchgehend von Demonstrationen und Protesten begleitet. Menschen kämpften gegen die Todesstrafe, gegen das amerikanische Rechtssystem und für das Leben von Troy Davis.
Auch dieser Fall zeigt einmal mehr, wie schwierig die Frage nach Schuld und Unschuld sein kann.
Bildquellen:
Rechts oben/ Miniaturbild: www.spiegel.de
Links Mitte: www.freitag.de
Rechts unten: www.fadp.org





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