Die Meldungen aus Libyen überschlagen sich zur Zeit: Laufend gibt es neue Informationen über Kämpfe zwischen den Gaddafi-Truppen und den Regimegegnern, immer wieder wird von Luftangriffen der Alliierten berichtet.

Seit der UN-Sicherheitsrat die Flugsverbotszone beschlossen hat, herrscht in Libyen ein Ausnahmezustand: Die Luftwaffe der USA, Englands, Frankreichs und zahlreicher anderer NATO-Mitgliedsländer fliegen Libyen an, um die Truppen Gaddafis am grausamen Vorgehen gegen die Rebellen zu hindern. Seit kurzem hat die NATO die volle Kontrolle über die Durchsetzung dieser Flugverbotszone.

Deutschland hat sich (neben China, Russland, Indien und Brasilien) als eines der wenigen Länder  bei der Abstimmung über die Flugverbotszone enthalten.

Jetzt lässt sich natürlich fragen, ob die Enthaltung eine gute Entscheidung war, oder nicht.  Die Bundesregierung stand nämlich stark in der Kritik, da die Enthaltung unter anderem heißt, dass keine deutschen Soldaten nach Libyen geschickt werden. Seitens der Regierung hieß es, dass dieser Entschluss auf keinen Fall etwas mit Neutralität zu tun habe.

Doch es gibt auch kritische Stimmen zum Einsatz der westlichen Kampfjets zum Kampf gegen Gaddafi: So wird zum Beispiel befürchtet, dass nicht nur Gaddafis Truppen bekämpft werden, sondern auch Zivilisten bei den Luftangriffen ums Leben kommen könnten. Zudem seien die Kosten für den Einsatz in Libyen sehr hoch.

Noch zeigt Gaddafi sich unbeeindruckt, und seine Truppen gehen weiter gegen die Rebellen vor. Diese schafften es aber mittlerweile, weitere Städte unter ihre Kontrolle zu bringen und auch wichtige Ölhäfen in ihre Gewalt zu bringen.

Trotzdem bleibt die Frage, was der Krieg gegen Gaddafi bringt, da bis jetzt sein Sturz nicht abzusehen ist.

Wie sich die Lage in Libyen entwickelt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.  Der Krieg geht weiter, bis Gaddafi aufgibt, oder die Rebellen sich zurückziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt klingt beides eher unwahrscheinlich.