Als ich mich um das Interview mit Herrn Isferding bemüht habe, war eines sofort klar: Unser Sekretär ist offenbar ein viel beschäftigter Mann. Zweimal verschoben wir unser Treffen und fanden schließlich einen Termin. Außerdem ist natürlich immer „genug“ zu tun, eine geregelte Pause gibt es in seinem Beruf nicht, verrät er mir: „Ich kann mich nicht einfach zurückziehen und nicht ansprechbar sein.“

Was machen Sie denn gerade, Herr Isferding?
Momentan bearbeite ich die Lohnzahlung für alle Mitarbeiter von Mariengarden. Die Softwarefirma, die das Programm bereitstellt, hat gewechselt, deshalb ist das gerade eine große Umstellung.
Wie lange sind Sie schon bei uns?
Seit 1978 bin ich jetzt hier, davor habe ich in der Gemeinde Südlohn gearbeitet und meine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten gemacht. Dazu muss man drei Jahre im Betrieb lernen und auch zur Verwaltungsschule gehen.
Dann sind Sie mit 33 Jahren einer der Mitarbeiter vom Gymnasium Mariengarden, der am längsten „dabei“ ist! Da haben Sie sicher viel erlebt?
Vor allem viel gelernt habe ich. Man wächst mit dem Beruf, mit der Zeit bekommt man auch eine ziemliche Routine. Der Job hat aber natürlich viel mit Menschen zu tun und die sind alle verschieden. Es gibt da auch so manche Sachen, die im Gedächtnis bleiben. Zum Beispiel habe ich mal einen Jungen aus der Unterstufe, der sich am Bein verletzt hatte, bis zu meinem Auto getragen. Und dann noch vom Auto bis zur Notaufnahme im Krankenhaus. Später kam heraus, dass er einen Schienbeinbruch hatte. Das gab mächtig Ärger, wegen der Versicherung und so weiter.
Wann beginnt Ihr Arbeitstag für gewöhnlich?
Offiziell um 7:15 Uhr, ich bin aber immer schon um sieben da, deshalb stehe ich um Viertel vor sechs auf. Dann mache ich erst einmal den Kopierer startklar, der muss natürlich immer mal gewartet werden. Bei 40 Kollegen wird der natürlich viel benutzt und jeder drückt und macht halt rum, wenn es nicht klappt.
Dann höre ich den Anrufbeantworter ab, da sind immer einige Krankmeldungen drauf, Lehrer und Schüler. Die Lehrer melde ich an die Kollegen weiter, die sich um den Vertretungsplan kümmern.
Seit dem 1. August 2010 ist Herr Brands neuer Schulleiter – ihr Chef. Was bedeutet das für Sie persönlich? Helfen Sie ihm da, sich einzufinden?
Zuerst mal war es eine große Umstellung. So weltbewegend war es nicht, Herr Brands ist mein mittlerweile vierter Chef hier. Aber jeder ist anders, deshalb stellt man sich auf jeden auch anders ein. Pater Fleischmann hat sich zum Beispiel viel Wissen angeeignet während seiner Zeit – das fehlt Herrn Brands natürlich. Die beiden setzen sich aber mindestens einmal täglich zusammen.
Wenn ich jetzt Ihren Job machen wollte, was müsste ich vor allem mitbringen?
Man muss mit Menschen umgehen können! Die neuen Schüler sind zum Beispiel oft verschüchtert und wissen noch nicht genau, wie das hier alles funktioniert. Da brauch man Einfühlungsvermögen und muss zum Beispiel auch mal mitgehen, wenn sie einen Kollegen/ eine Kollegin nicht finden. Das persönliche Gespräch ist einfach wichtig – ich habe immer ein offenes Ohr.
Daneben muss man natürlich auch eine Grundfitness am Computer haben und sich in vielen Bereichen mehr oder weniger gut auskennen.
Seien Sie ehrlich – sind Sie damals gerne zur Schule gegangen?
Wer geht schon gern zur Schule? Als Kind meine ich (schmunzelt).





2 Kommentare zu diesem Artikel
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Ein echt cooles Interview :)
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selbst aus ehemaligensicht klingt das nach dem beginn einer vielversprechenden reihe von interessanten artikeln!
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