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Neue Erfahrungen

Für die Schüler, die einen russischen Austauschschüler hatten, ist der Austausch eine interessante Erfahrung, aber ebenso auch eine anstrengende. Manchmal mussten sie ihrem Gast eine Sache dreimal und sehr langsam erklären, bis er sie verstand, vor allem auch, weil sie selbst gerade einmal ein dreiviertel Jahr Russisch lernen und sie sich so beide nur auf Deutsch unterhalten konnten. Sie mussten ihren Alltag umstellen, ihre Austauschschüler beschäftigen, vor allem wenn sie für Klausuren lernen mussten, die natürlich nicht einfach ausfielen, und sich auch einfach insgesamt viel um sie kümmern. Hin und wieder brach auch einmal Panik aus, wenn ein Russe „verloren“ gegangen ist. „Wo ist Ilja?“

Auch für die Eltern bedeutete dieser Austausch eine Menge Verantwortung und Hingabe. Sie ermöglichten ihrem Sohn bzw. ihrer Tochter diesen unter der Bedingung, dass sie sich um ihren Austauschschüler kümmern, aber hin und wieder mussten auch sie die Zügel in die Hand nehmen, wenn ihre Kinder z.B. einem ihrer Hobbys nachgingen. Sie mussten für das Essen sorgen, ab und an den Fahrdienst spielen und waren in ihrer häuslichen Umgebung eingeschränkt. Warum sie dies alles trotzdem ermöglichten? „Für unsere Kinder bedeutet dieser Austausch soziale Verantwortung, soziales Engagement und neue Beziehungen. Und auch für uns Eltern ist er eine Möglichkeit jemand Neues kennenzulernen und auch seine Sitten und Bräuche. Wir holen uns damit sozusagen auch ein Stück Ausland zu uns nach Hause.“, so Marinas Gastvater.

Dieser Russischaustausch ist eine interessante und sinnvolle Aktion, um eine andere Kultur kennenzulernen, sich mit Fremden auszutauschen, die Möglichkeit zu haben, etwas zu erfahren, wozu nicht immer und nicht jeder die Möglichkeit hat, neue Dinge zu sehen, Neues zu erleben und die altbewährte Freundschaft zu pflegen. Worauf sich die Schüler des Gymnasiums schon sehr freuen? Auf ihren Part des Austausches im Herbst, wenn sie nach Russland fliegen, um das Land ihrer Austauschschüler kennen zu lernen. „Denn nach diesen zehn Tagen ist es noch längst nicht vorbei.“