Avatar – das ist die Revolution des Kinos.
Avatar – das ist die Rettung des Kinos.
Avatar – das ist die Zukunft des Kinos.
Wer diesen Film gesehen hat, weiß wieder, warum man ins Kino geht und nicht vor dem Fernseher hängen bleibt. Und das sicher nicht wegen der atemberaubenden Story dieses Films, nein, aber auch nicht nur wegen der 3-D Effekte.
Die Handlung ist schnell erzählt:
Jake, der Held der Geschichte, ist ein Querschnittsgelähmter Ex-Soldat, der an einem Avatar-Projekt auf Pandora teilnimmt. Avatare sind Wesen aus dem Labor, die aus DNA der Na´vi, der pandoranischen Einwohner, und aus DNA einer spezifischen menschlichen Person bestehen. Durch eine Maschine wird das Bewusstsein einer Person vom Körper auf den Avatar übertragen, und kehrt zurück, sobald der Avatar schläft.
Auf Pandora (der Name wurde vermutlich nach dem Mythos der Büchse der Pandora gewählt: das Öffnen der Büchse bringt das Böse auf die Welt / das Eindringen der Menschen auf Pandora bringt das Böse über die Einwohner) stehen Menschen und Na´vi kurz vor einem Krieg. Die Menschen wollen einen wertvollen Rohstoff abbauen, die Na´vi wollen ihr Gebiet aber nicht verlassen. Die Avatare sollen als Diplomaten agieren. Durch einen Zufall erhält Jake Einlass in einen Stamm der Na´vi. Er soll die Na´vi für die Menschen ausspionieren, verliebt sich aber in Neytiri, ein Stammesmitglied, und läuft zu den Na´vi über. Die Menschen sehen ihn als Verräter an, begraben die Diplomatie, und starten einen Angriff auf die Na´vi. Doch nach verschiedenen Turbulenzen schafft es Jake gemeinsam mit den Na´vi die Menschen zu bezwingen.
Der Film Avatar lebt durch zwei Dinge: durch die 3-D Effekte und durch den typischen Handlungsstrang.
Die Handlung, auf die Grundwerte reduziert, hat jeder von uns schon zur genüge gesehen. Es gibt zwei Parteien, die in einem Spannungsverhältnis stehen. Der Held kommt aus der einen und und gerät in die andere hinein (z.B. zu Spionagezwecken). Doch er verliebt sich dort in eine Frau und läuft über. Im Verlauf erhöht sich die Spannung und es kommt zu einem Krieg zwischen den Parteien. Daraufhin folgt die Zuspitzung zur Katastrophe: das Rollenspiel des Helden kommt ans Licht, er wird von beiden Parteien verstoßen.
Doch dann kommt der Wendepunkt: der Held wird von seinem erwählten Volk wieder anerkannt, er kämpft für sie und führt sie in die letzte Schlacht. Dort komm es zu einem grandiosen Finale und letztendlich zum Sieg der Guten. Den Kampf zwischen Gut und Böse in diesen eng abgesteckten Grenzen dürfte jeder seit seiner Kindheit aus unzähligen Filmen kennen.
Und trotzdem wirkt eine solche Story jedes Mal von neuem. Es ist, als seien Mechanismen im Menschen, die durch Filme wie Avatar an- und ausgeschaltet werden, wie auf Knopfdruck. Es ist das Prinzip eines guten Popsongs: das Material ist durchgekaut wie Gras, das eine Kuh verlässt und trotzdem berührt einen das Lied.
Avatar ist eine klassische Komposition, eine Cowboy- und Indianer-Geschichte (mit Parallelen zu den Indianerkriegen Amerikas, außerdem ähneln die Na´vi auch äußerlich den Indianern) mit einem Held, der sorgfältig auskomponiert wurde, der eine Synthese aus dem fehlerhaften Menschen und dem Ideal des klassischen Helden ist, um dem Zuschauer die Identifikation zu ermöglichen. Denn der Mensch weiß, dass er fehlerhaft ist, und doch strebt er zum Guten, zum Glück, er strebt nach Erfüllung. In Jake wird die Realität des Menschen mit seiner Sehnsucht verbunden. Man kann sich mit ihm identifizieren und wünscht sich so zu sein wie er. Die Handlung ist also mehr oder weniger eine gut verdauliche und gleichzeitig leckere Grundlage für das Außergewöhnliche des Films: die 3-D Effekte.
Die Vorteile der 3-D Effekte werden auch konsequent ausgespielt, und zwar hauptsächlich anhand von Naturaufnahmen, wie z.B. denen von den fliegenden Bergen oder Pandora bei Nacht oder aufwirbelndem Gras bei der Landung eines Helikopters, das einem fast ins Gesicht weht. Auf die effekthascherischen, ausgelutschten Bugs-Bunny-scheint-dir-die-Mütze-vom-Kopf-zu-reißen-Effekte wird hier verzichtet. Man muss dennoch sagen, dass man an einigen Stellen merkt, dass 3-D noch nicht ganz ausgereift ist, so wirken z.B. einige Szenen wie voreinander geschobene 2-D Pappscheiben.
Seine Oscars bekam Avatar wohl wegen den 3-D Effekten, dennoch sind die anderen Teile unverzichtbare Grundlage für das Gelingen des Films. 3-D ist nicht mehr als ein gleichgestellter Partner zum höheren Zwecke des Films. 3-D ist ein Mittel zur Manipulation.
Und die Manipulation des Menschen funktioniert ungebrochen. Aber wer will es anders?
Denn Brot ist lecker und Spiele sind lustig.






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