Am Gymnasium Mariengarden ist so Einiges los. Klar, dass nicht immer alles glatt laufen kann. Ob das Sportfest stattfindet oder Arbeiten geschrieben werden: Ständig kann Unerwartetes passieren. Und gerade die Neuen unterschätzen den Druck in der unbekannten Situation Klassenarbeit und überanstrengen sich.
Wenn mal etwas passiert, ist schnelle Ersthilfe gefragt. Damit das auch funktioniert, gibt es seit mittlerweile fast drei Jahren ausgebildete Schüler, die vom DRK über die Schule extra dafür geschult wurden. Neu dabei ist seit Anfang des letzten Halbjahres, dass es bei uns auch einen Dienst für die Erste Hilfe gibt. Sollte also wirklich etwas vorfallen, tragen die „diensthabenden“ Sanitäter immer ein eingeschaltetes Funkgerät bei sich, verrät uns Frau Matenaer, die das Projekt überhaupt erst ins Leben gerufen hat
In ihrem Unterricht haben die Schüler des Differenzierungskurses Biologie/Chemie mehrere Wochen lang gelernt, wie man einen Bruch schient, wie man eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) vornimmt, das Handwerk eines richtigen Sanitäters eben. Außerdem haben die Schüler noch eine tiefergehende Schulung erfahren: Wenige Monate nach dem Kurs im Unterricht haben die Schüler, die Männer vom DRK und nicht zuletzt Frau Matenaer selbst zwei Nachmittage für die Auffrischung geopfert. Da wurden dann echte Unfallszenen nachgestellt und die Schüler mussten schnell und ohne Hemmungen reagieren.
„Frau Matenaer, wie sind sie auf die Idee gekommen, so einen Sanitätsdienst ins Leben zu rufen?“ „Das war bei den jetzigen 13ern in der zehnten Klasse. Da habe ich einfach beim Deutschen Roten Kreuz angerufen, ob da was zu machen wäre. Die waren gleich begeistert von der Idee. Dann musste ich natürlich erst noch eine Fortbildung in Münster machen, damit ich überhaupt die Schüler selbst ausbilden durfte.“
„Man muss ja auch für den Führerschein einen Erst-Hilfe-Kurs absolvieren. Zählt der Kurs, den die Schüler gemacht haben, dafür auch?“
„Was wir im Unterricht besprochen haben, führt sogar noch weiter. Die Schüler sind also noch besser vorbereitet.“
Die Kosten, so erklärt sie weiter, trage das Deutsche Rote Kreuz zusammen mit der Schule. Zu der Brauchbarkeit dieser Ausbildung kann sie auch schon eine passende Geschichte liefern: Direkt, nachdem die Schüler des ersten Kurses die Ausbildung abgeschlossen hatten, sei ein Schüler schon Lebensretter geworden. „Im Wald ist ein älterer Spaziergänger einfach umgekippt und der Schüler hat sofort richtig gehandelt. Mithilfe der HLW hat er ihn dann praktisch am Leben erhalten, bis der Krankenwagen eintraf. Nicht nur dieses Erlebnis hat sie dazu veranlasst, den Kurs noch einmal neu zu starten. Denn auch andere Aufgaben gehören zu den Pflichten des Sanitätsdienstes. Die Verbandskästen zum Beispiel, die sowohl in vielen Klassenzimmern als auch in der Turnhalle hängen, waren in einem katastrophalen Zustand. Mit der Zeit wären bestimmte Verbandsmaterialien einfach nicht mehr steril, so Matenaer. Die Kästen wurden mittlerweile allesamt erneuert und neu bestückt.
Zuletzt gibt es auch von der Schülerseite her nur positive Rückmeldungen. Verena Sundrum, Leah Rennert und Marie-Louise Schlüter haben uns erzählt, dass die ganze Sache nicht zuletzt auch Spaß gemacht hat. Sie wurden von den anderen zum Teil sogar beneidet und konnten auch schon einmal helfen. Ein Mädchen aus der fünften Klasse war umgekippt und am Walkie-Talkie von Leah und Marie-Louise meldete sich Herr Isferding. Laut dem Plan müssen immer zwei aus dem Kurs je eine Woche bereitstehen, sodass die Verantwortung wechselt. Ob man sich denn mal mehr Action wünsche, beantworten die Schülerinnen ganz professionell damit, dass man auf keinen Fall wolle, dass irgendjemandem etwas Schlimmes passiert.






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