Crowd-SurfingAm Freitag gegen 15.00 Uhr kamen wir auf dem Campingplatz des Area 4 Geländes an. Da die Veranstalter die Tageskarten in diesem Jahr lieber als Campingplatzkarten verkauft haben, dabei aber nur den Parkplatz, und nicht auch den Campingplatz vergrößert hatten, war das Festival dicht gedrängt und kuschelig. Man konnte nachts praktisch die Körperwärme des Nachbarzeltnachbarn spüren, wenn man zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch etwas spüren konnte.
Nach dem Begrüßungsbier haben wir uns die Mad Caddies angesehen, eine Ska-Punk-Band, die perfekt zu den gefühlten 50 Grad Celsius gepasst haben, die das ganze Wochenende über herrschten, und danach The Offspring, die, wie auch nicht anders zu erwarten, alle ihre Hits gespielt haben, dabei aber sehr gut waren und mit zu den Highlights gehörten.
Mein persönliches Highlight an dem Abend waren aber die Toten Hosen, bei mir wahrscheinlich eher aus dem Grund, dass ich mit ihrem Lied „Auswärtsspiel“ angefangen habe, Rock zu hören. Sie lieferten aber auch eine gute Show ab, klangen fast so sauber wie auf CD (der Sound auf dem Area 4 war generell sehr gut abgemischt) und spielten Lieder aus der ganzen Bandgeschichte.
Nachts kühlte es dann auf 9 Grad Celsius herunter, und zusammen mit der Hitze ist wohl auch irgendwie die Zeit verloren gegangen.
Am nächsten Morgen sind wir dann in einem Meer aus Müll aufgewacht. Man muss nämlich wissen, dass Menschen, wenn sie auf ein Festival fahren, die Zeit zurückdrehen. Es wird (bei den meisten) auf Strom verzichtet, Hygiene wird eher weniger groß geschrieben, und es wird Halb-nomadisch gelebt. D.h. Das Zelt bleibt immer an seiner Stelle, aber die Campingstühle wandern jedes Mal, wenn eine Stelle voll Müll ist, weiter.
Die Bühne des Area4-FestivalsDas Samstagmorgenfrühstück bestand bei den meisten aus Bier, Tabak, Brot und Ravioli.
Am Nachmittag gab es dann noch eine Jam-Session mit Gitarre, Gesang und einer Haribo-Dosen-Trommel auf dem Campingplatz. Auf dem Festival hatten ziemlich viele Leute Gitarren mit, was dann immer gut für spontane Jam-Sessions ist, die es auch häufig gab.
Abends spielte dann die beste Band des Festivals, Rise Against. Egal ob ruhig oder schnell, das Publikum ging immer mit, was dann wohl auch zusammen mit dem Boden und dem Wetter zur Staublunge und schwarzen Taschentüchern geführt hat.
Auf dem Festivalgelände gab es auch eine Disco, in die man ab 22.00 Uhr gehen konnte. Dort gab es ein Zelt mit Elektro, House und Techno, und eins mit Rockmusik.
Die Disco war ziemlich überlaufen, was bei 20.000 Festivalbesuchern auch nicht wirklich verwundert, und mit Tanzen hatte es nicht zu viel auf sich, was aber auch nicht weiter gestört hat.
Am Sonntagnachmittag liefen wir dann, begleitet von Zäune einfahrenden Müllcontainerfahrern, stinkenden Dixi-Klos und restalkoholisierten Menschen zurück in den Alltag.
Insgesamt war Area 4 ein sehr cooles Festival, auf das es sich zu gehen lohnt.