Jonas Bendiksen
So leben wir
Knesebeck
196 Seiten
29,25 Euro
In diesem Buch sprechen die Bilder: Der norwegische Fotograf Jonas Bendiksen hat mehrere Monate in vier völlig verschiedenen Städten verbracht – nicht als normaler Tourist, sondern mit ortskundigen Leuten in den größten Slums der Welt. In Nairobi (Kenia), Mumbai (Indien), Jakarta (Indonesien) und Caracas (Venezuela) fotografierte er in großen 360°-Aufnahmen die Häuser dieser Leute, die unter kaum vorstellbaren Verhältnissen wohnen.
Zu jedem der ausklappbaren Bilder findet man einen Text aus Sicht der Bewohner. “Wenn wir den Leuten von unserem Zuhause erzählen, wer wird uns glauben?”, fragt dort eine Frau aus Mumbai. Durch dieses Projekt glaubt man es, denn mit jeder neu aufgechlagenen Seit fühlt man sich mittendrin, mittendrin im Lehmhaus von Halima Odeo aus Kenia genauso wie im Holzverschlag von Rupiah aus Indonesien. Nur wahrhaben möchte man es oft nicht, zum Beispiel, wenn neun Leute in einem Raum leben, mit nur einem Bett und ohne Toilette.
Die Fotos stecken voller Details, die oft in den Texten erklärt werden – Gegenstände, die die Menschen aufbewahren, Wände tapeziert mit Zeitungen, ein zerbeulter Blechtopf oder ein Foto von Hugo Chavez: Irgendetwas ist immer besonders interessant.
Das Buch bringt einen zurück auf den Boden der Tatsachen, wenn wir uns über Kleinigkeiten in unserer Umgebung beschweren, und bewegt tiefgründig. Wem es zu teuer erscheint, für den lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Internetseite!
“Ich arbeite an Geschichten, die im täglichen Rennen um die Schlagzeilen zu kurz kommen. Journalistische Waisenkinder. Häufig lauern die lohnendsten und überzeugendsten Motive in den versteckten Geschichten, die kaum je Aufmerksamkeit erwecken.” – Jonas Bendiksen
theplaceswelive.com
Viele beeindruckende Bilder gibt es auch auf der Website zum Buch.






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