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Schon die Wise Guys haben erkannt, dass sich unsere Sprache im Wandel befindet. Wir sprechen nicht mehr Deutsch, wir sprechen Denglisch. So gibt es am Computer keine Nutzer, sondern nur User, die im Web surfen. An der Cocktailbar bestellen wir keinen Strandjungen, sondern einen Beachboy.
Aber nicht nur im alltäglichen Sprachgebrauch soll das Englische die Sprache attraktiver machen: Was haben Sat.1, Douglas, RWE, McDonalds und viele andere Marken gemeinsam? Richtig – englische Werbesprüche. Und die wurden allesamt missverstanden.
Statt „Angetrieben von Gefühlen“ wurde der Sat.1-Werbespruch “Powered by emotion” oftmals mit “Von Emotionen gepudert” oder “Kraft durch Freude” übersetzt. (Als kleine Information nebenbei: Kraft durch Freude (KdF) war zu Nazizeiten eine Organisation zur Gestaltung und Überwachung der Freizeit.) Aufgrund dieser Missverständnisse hat Sat.1 im Jahr 2004 den Slogan gewechselt. Jetzt heißt es im Fernsehen: “Sat.1 zeigts allen”.
Mit einer klassischen Fehlübersetzung hatte auch die Parfümerie Douglas zu tun: Ihr Werbespruch “Come in and find out” wurde unter anderem mit “Kommen Sie rein und finden Sie wieder raus” anstelle von “Kommen Sie rein und finden es raus” übersetzt. Jetzt heißt es bei Douglas nur noch “Douglas macht das Leben schöner”.
Einzig und allein McDonalds hatte einen einigermaßen klaren Spruch, der aber trotzdem immer noch von über 50 Prozent der Befragten falsch verstanden wurde. So wurde auch “Everytime a good time” durch die drei leichtverständlichen deutschen Wörter “Ich liebe es” ersetzt. Zu guter letzt änderte die RWE ihren Werbespruch “One group, multi utilities” zu “Alles aus einer Hand”.
Als Kampfansage an all die missverstandenen Anglizismen wurde im Jahr 2005 die Aktion “Lebendiges Deutsch” von Professor Walter Krämer, dem Sprachkritiker Wolf Schneider und Josef Kraus, dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, begründet. Ziel sei es, die deutsche Sprache verständlicher zu machen und sie zu erhalten, so eine Mitarbeiterin der Stiftung Deutsche Sprache.
Monatlich werden auf der Website der Aktion mehrere Anglizismen aufgeführt, zu denen passende deutsche Übersetzungen eingereicht werden können. Am Ende des Monats wird dann von einer Jury der passendste Vorschlag ausgewählt. Ist der Begriff gewählt, erhält jeder Teilnehmer eine E-Mail mit dem Gewinnerwort und zugleich dem neuen Anglizismus für den kommenden Monat.
Anstatt “online” am “laptop” auf einer “website” zu “chatten”, können wir demnach genau so gut “im Netz” am “Klapprechner” auf einem “Netzauftritt” “netzplaudern”. Hast du beim “brainstorming” einen “blackout”, so hast du bei einer “Denkrunde” einen “Aussetzer”. Sollst du einen Schülerzeitungsartikel “just-in-time” zur “deadline” abgeben, meint die Eva einfach nur, dass du deinen Artikel “termingerecht” zum “Termin” abliefern sollst. Und wenn du beim “small-talk” durch eine “happy hour” abgelenkt wirst, so unterbricht die “blaue Stunde” eure “Plauderei”. Ist es nicht eigentlich viel cooler, ein “Nachsteller” anstelle eines “Stalkers” zu sein?
“See you later, Alligator!” – oder besser: “Bis bald, du Krokodil!”

aktionlebendigesdeutsch.de
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