Im vergangenen November berichteten wir bereits darüber, warum Nick Probst, 17, und seine Familie planten, nach Kenia auswandern. Damals hatte er großen Respekt vor dem Abenteuer, das ihm bevorstand. Dass sich dieses Gefühl gelegt hat, beschreibt er in zahlreichen E-Mails an seine Freunde zuhause, aus denen wir euch hier ein Best of präsentieren.
“Schon seit Anfang Dezember bin ich nun in Afrika und es gibt viel zu berichten. Nach acht Stunden Flug kamen wir bei gefühlten 30 Grad in Kenias Hauptstadt Nairobi an. Nach weiteren vier Stunden Überredungsarbeit konnten wir endlich unser Gepäck und unseren Hund in Empfang nehmen, der nach so langer Zeit in einer Holzkiste etwas verstört dreinschaute.
In unserem Hotel angekommen gingen mein Vater und ich erst einmal eine Runde spazieren, um uns die Beine zu vertreten. Dabei begegneten wir sofort einem Einheimischen: Hinter einem Busch nahmen wir eine Bewegung wahr und gleich darauf stand ein Schwarzer vor uns! Mein Vater erklärte mir, dass es ein Massai-Krieger war, der das Haus vor uns bewachen sollte. Wie gut, dass mein Vater schon etwas Swahili sprechen konnte! So legte sich mein anfänglicher Schock schnell wieder. Ich musste schmunzeln, als ich sah, dass der Einheimische zum Bewachen des Hauses mit Pfeil und Bogen bewaffnet war.
Unser erster Morgen in der neuen Heimat begann, wie er besser nicht hätte sein können: Mit einem Frühstück der Extraklasse! Ananas, Papayas, Melonen, Bananen und andere Früchte aus dem eigenen Garten – ein Traum! Dafür lassen die Hamburger hier leider sehr zu wünschen übrig. Als ich meinen ersten afrikanischen Cheeseburger bestellte, bekam ich nach anderthalb Stunden Warten einen Burger ohne Fleisch. Als Ersatz fand ich einen Pfannkuchen zwischen den beiden Brötchenhälften, begleitet von den Worten des Butlers: „Man kann ja mal was ausprobieren!“
Das Alltagsleben neben der Schule unterscheidet sich ebenfalls sehr von dem in Deutschland. Auf den Wochenmärkten in Nairobi laufen die Menschen mit Maschinenpistolen durch die Gegend, und ein Stückchen vom Stadtkern entfernt herrscht sehr viel Armut. Deshalb gehe ich lieber nicht mehr alleine mit dem Hund raus. Auch die Straßenverhältnisse hier sind gewöhnungsbedürftig, denn Ampeln oder Verkehrsregeln sucht man leider vergebens…
Meine Schule hingegen ist super. Ich gehe auf eine deutsche Schule in Nairobi und viele von den Mitschülern haben schon einmal dieselbe fremde Situation erlebt wie ich jetzt. Wahrscheinlich wurde ich deshalb so freundlich aufgenommen. Es ist ziemlich anders als auf dem Gymnasium in Burlo. Der Unterricht und der Umgang miteinander sind viel lockerer. Zum Beispiel saßen wir schon zusammen mit dem Schulleiter in einem Café und haben eine halbe Maß Bier getrunken! Die Stunden sind aber trotzdem genauso hart wie in Burlo. Zur Anlage gehören übrigens auch ein Tennisplatz, ein Sportplatz und ein Schwimmbad – das hat mich sehr beeindruckt. Ich spiele jetzt in der Basketball AG bei Coach John, der früher Profi in Amerika war!
Im Februar hab ich meinen erste Klassenfahrt gemacht. Wir campten mitten in den Chyulu-Hills, einem Nationalpark, und besichtigten Höhlen mit Fledermäusen, Spinnen und Pythons. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass Giraffen, Warzenschweine, Nilpferde, Krokodile und Affen so nah an unser Zelt herankommen. Sogar einen freilaufenden Elefanten habe ich gesehen. Es ist echt ein tolles Gefühl, wenn man kilometerweit ins offene Land schauen kann und riesige Savannen und Steppen vor Augen hat – ihr merkt also, mir geht es hier wirklich gut!”






1 Kommentar zu diesem Artikel
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Schön, dass man noch etwas von ihm hört. :)
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