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Simon fährt in den ParkHaben eure Väter eigentlich ihren Wehrdienst geleistet?

Michael: Mein Vater hat sogar solange gewartet, bis der Einberufungsbescheid per Einschreiben kam, und dann verweigert. Das hat er aber nachher bereut, weil es für ihn eine große Chance gewesen wäre. Deshalb unterstützt er mich auch bei meiner Entscheidung.

Simon: Mein Vater war auch Zivi. Ich glaube, meine Eltern finden es besonders gut, dass ich den Zivildienst zuhause in Ramsdorf mache und der Gemeinde so etwas zurückgebe. Als Kind hat man davon ja jahrelang profitiert.

Michael: Genau deswegen finde ich diesen Dienst auch so wichtig: Weil man damit seinem Ort oder, wie ich, dem Staat etwas zurückgibt.

Gibt es dennoch etwas, das ihr am Wehrpflichtgesetz ändern würdet?

Simon:
Ich finde, man sollte die Musterung abschaffen. Eine ärztliche Untersuchung ist für meine Gesundheit da und nicht für den Staat, damit der Inventur machen und gucken kann, was er noch so auf Lager hat. Zumal wir schon unter unseren Mitschülern beobachten, wie willkürlich da ausgemustert wird. Man sollte einfach auswählen können, ob man nun Wehr- oder Zivildienst macht.

Michael: Das sehe ich nicht so. Simon, du hast echte Gewissensgründe, und die sind der einzig richtige Grund zu verweigern. Viele haben aber einfach keine Lust auf den Bund und wollen es so einfach wie möglich haben. Die laden sich dann ihre Verweigerung im Internet runter.

Egal ob Wehr- oder Zivildienst – ihr seid vom Staat dazu verpflichtet. Musstest du dich damit erst abfinden, Simon?

Simon: Nein, weil ich auf jeden Fall einen sozialen Dienst absolvieren wollte. Am besten wäre es aber, wenn das alles freiwillig wäre.

Michael: Dann hätte Deutschland doch auch wieder ein Problem, weil ein Großteil der Leute sich vor der Verantwortung drücken würde. Die fangen dann lieber gleich mit Ausbildung oder Studium an, statt ein Jahr zu verschenken.

Simon: Und genau dieses Vorurteil muss man abschaffen! Der Zivildienst ist doch ein gewonnenes Jahr, durch die vielen zwischenmenschlichen Erfahrungen, die man sammelt. Ganz zu schweigen davon, dass man auch noch seinen Lebenslauf aufpäppelt und womöglich zwei Wartesemester hat.

Und wie stehts mit den Mädchen? Sollten die auch ranmüssen?

Michael: Ja! Frauen sind sonst überall gleichgestellt und profitieren vom deutschen Staat. Da sollen sie auch den Dienst für unser Land tun.

Simon: Das wäre geregelt, wenn es keinen Zwangsdienst gäbe. Schon jetzt machen ja viele Mädchen ein Freiwilliges Soziales Jahr. Noch attraktiver könnte man das übrigens machen, indem man FSJler und Zivis genauso gut bezahlt wie Michael.

Michael: Ein normaler Wehrdienstleistender verdient ja auch nicht viel mehr als du. Aber ich bin für 13 Jahre angestellt, mein Gehalt steigt mit jeder Beförderung. Außerdem finde ich, dass Soldaten, die vier Monate in Afghanistan arbeiten, ein größeres Opfer bringen als jemand, der bei der freiwilligen Feuerwehr mitmacht.

Simon: Dafür kommt ein sozialer Dienst aber direkt bei den Menschen an, und das, was du machst, nicht! Trotzdem kriegt die Bundeswehr viel mehr Geld vom Staat.

Michael: Die Bundeswehr ist ja auch eine staatliche Einrichtung. Ich arbeite für Deutschland, du arbeitest für das Altenheim in Ramsdorf. Das kann man nicht vergleichen.

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