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Frau Pasterkamp ist zufrieden - manch anderer Referendar leider nicht“Viele Studenten und Referendare sind schlicht ungeeignet. Zu viele eher ängstliche, vorsichtige Charaktere ohne großen Ehrgeiz.” Darlegungen dieser Art, wie hier aus dem “Spiegel”, lassen sich in den Medien zurzeit oft finden. Wenn das stimmt, haben wir ein echtes Problem, denn an deutschen Schulen werden bis 2013 rund 40000 Lehrer fehlen. Doch wie sieht die Gemütslage der Referendare tatsächlich aus? Fühlen sie sich “ungeeignet, überfordert und resigniert” wie es der “Spiegel” schreibt?
Dieses Problem beschäftigt auch Catherine Pasterkamp, 27, angehende Englisch- und Biologielehrerin an unserer Schule. Sie selber habe keine Schwierigkeiten, jedoch kenne sie Studienkollegen, von denen manche ihre Ausbildung sogar abbrechen mussten. “Und dann sind natürlich sechs oder sieben Jahre Studium umsonst”, so Frau Pasterkamp. Vor der Klasse zu stehen, habe auch sie zunächst „ungewohnt“ gefunden. “Egal, ob du eine komische Hose anhast oder sonst was ist, es fällt alles auf.” Um zu bestehen, müsse man zuerst sein eigenes Lehrerbild finden und seine neue Rolle akzeptieren.
Dazu sei aber nicht nur der eigene Charakter entscheidend, sondern auch die ausbildenden Schulen. “Im schlimmsten Fall hilft den Referendaren dort niemand”, fand “siencegarden”, ein Magazin für junge Leute, bei Recherchen heraus. Eine gescheiterte Referendarin wird hier zitiert: “Das war alles ganz schön schwammig bei den Nachbesprechungen meiner Probestunden.”
Diesen Eindruck hat Frau Pasterkamp an unserer Schule nicht. Sie fühle sich sehr gut betreut, empfinde ihre Nachbesprechungen als “sehr produktiv” und könne vieles daraus für sich mitnehmen. Jedoch habe sie nicht zuletzt von ihren Studienkollegen gehört, dass manche Schulen ihre Referendare zum Teil ausnutzen und ihnen bewusst anspruchsvollen Oberstufenunterricht und Stunden mit vielen Korrekturen aufhalsen. “Fächer wie Deutsch und Englisch sind natürlich stärker mit Korrekturen belastet als manche Nebenfächer”, erklärt die Referendarin und fügt hinzu, dass zu den Unterrichtsvorbereitungen auch noch die Seminarstunden in der Woche anfallen. “Wenn man direkt nach der Schule von drei bis sieben ein Seminar hat und danach noch Unterricht vorbereiten muss, wird das schon sehr stressig.”
Deswegen sei sie sehr froh, dass es an ihrem Seminarort Bocholt einen gesonderten Seminartag gibt, der ihr im Gegensatz zu vielen anderen eine weitere große Belastung erspart. Die Kombination aus eigenverantwortlichem Unterricht und Studium lässt das Wochenpensum so mancher Referendare leicht auf 60 Stunden anschwellen, was bei vielen jungen Studenten sogar zum Burnout-Syndrom führen kann. Psychologe Uwe Schaarschmidt sagte dem “Spiegel”, dass Lehrer seelisch stärker belastet seien als etwa Ärzte oder Polizisten. “Die Legende vom beneidenswerten Halbtags-Job” habe ausgedient.
Fest steht jedoch: “Wer sich offen auf die Ausbildung einlässt, kann für sich ganz viel mitnehmen. Nur ist das nicht immer leicht, da man sehr viel an sich selbst arbeiten muss”, betont eine stellvertretende Seminarleiterin gegenüber dem Magazin “sciencegarden”. Dies beurteilt auch Catherine Pasterkamp als eine sehr realistische Einschätzung. Sie ist froh, es geschafft zu haben: “Ich hatte nie Zweifel, dass ich lieber etwas anderes gemacht hätte.”
Allen, die sich für ein Lehramtsstudium interessieren, rät sie, sich frühzeitig in Form von Praktika ein Bild vom Lehrerjob zu machen und bereits dort herauszufinden, ob man der Aufgabe gewachsen ist. Wichtig ist aber auch, dass man letztendlich das tut, was einem Spaß macht, so wie Frau Pasterkamp, die nun das Arbeiten mit jungen Menschen sehr genießt.
Die drei neuen Referendare, die seit Anfang des Monats an unserer Schule sind, werden hier hoffentlich auch eine gelungene Zeit haben.

Lars Paprotta und Christina Wilkes

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