Die Grundidee von „Er steht einfach nicht auf dich“ ist ja eigentlich nicht schlecht. Die haben sich wahrscheinlich gedacht: Machen wir doch mal wieder so einen richtig schönen Liebesfilm, am besten mit tollen Schauspielern. Scarlett Johansson zum Beispiel, oder Jennifer Connelly. Tja, und das wars dann auch schon mit den guten Ideen.
Dann fingen sie nämlich an, Fehler zu machen, die wir schon aus anderen Liebesfilmen mit tollen Schauspielern kennen. Nehmen wir doch nur mal „Tatsächlich… Liebe“: Die Fehler, die bei diesem Film gemacht wurden, wiederholen sich hier fast 1 zu 1. Man hat den ohnehin schon merkwürdigen Originaltitel einfach plump ins Deutsche übersetzt. Man hat versucht, zu viele Protagonisten durch zu viele Geschichten zu verbinden. Aber hey, wenigstens hat man das Ganze damals nicht auch noch in dumme Kapitel eingeteilt!
Und im Gegensatz zu „Tatsächlich… Liebe“, der mit Hugh Grant und Colin Firth gleich zwei schnuckelige Typen aufweisen konnte (ganz zu schweigen von Liam Neeson und Mr. Snape), hat dieser Film von der männlichen Seite aus rein gar nichts zu bieten. Außer natürlich man steht auf Ben Affleck.
Leider wird auch die weibliche Seite durch Fehlbesetzungen wie Jennifer Aniston, die einfach nicht aus ihrer „Friends“-Rolle herauskommt, wieder neutralisiert. Scarlett Johansson teilt übrigens das Schicksal von Frau Aniston, zumindest was diesen Film anbelangt. Ihre Figur erinnert stark an die forsche Lola aus „Match Point“ – nur oberflächlicher.
Achja, und dann ist da natürlich noch der Plot. Er hangelt sich an Gigi (Ginnifer Goodwin) entlang, die sich immer wieder in Typen verguckt, die rein gar nichts von ihr wissen wollen. Als Erzählerin geht sie eigentlich den ganzen Film über der Frage nach, woran es bloß liegt, dass man mitunter zurückgewiesen wird. Leider findet sie aber keine Antworten.
Die einzelnen Episoden, die sich um das Liebesleben von ihr, ihren Bekannten und den Bekannten ihrer Bekannten drehen, sind dabei allesamt viel zu schlicht und vorhersehbar. So hätte man den Erzählstrang um Mary (Drew Barrymore), die eine Single-Redakteurin bei einem Schwulenmagazin verkörpert und ausschließlich per Web 2.0 flirtet, sicher viel lustiger und nerdiger gestalten können.
Alles in allem finden sich vielleicht drei wirkliche Lacher, zwei vielversprechende (aber falsch umgesetzte) Ideen und null wahre Sätze in diesem Film, der auf dem Beziehungsratgeber der beiden „Sex and the City“-Autoren Greg Behrendt und Liz Tucchilo basiert. Wenn die Macher dann statt einer Schlussszene fünf aneinanderklatschen und selbst im Abspann noch nicht zum Ende kommen können, fragt man sich, warum man eigentlich die Kinokarte gekauft hat.