Am vergangenen Freitag war Herbert Knebel mit seinem Programm “Love is in Sie Er” zu Gast im Borkener Vennehof. Der Komiker wurde bekannt durch seine Rolle als typischer Frührentner: Er nörgelt ständig über die Jugend von heute, die moderne Technik, sein gesundheitliches Wohlergehen. Seine Sprache ist geprägt durch seine Heimatstadt Essen und hat einen deutlichen Ruhrpotteinschlag. Das Markenzeichen schlechthin ist aber die große schwarze Hornbrille mit den dicken Gläsern – und die Schiffermütze. Anders kennt man Herbert Knebel nicht.
Ich jetzt aber schon! Kurz vor seinem Auftritt hatte ich nämlich die Möglichkeit, ihn zu interviewen. Allerdings traf ich nicht Herbert Knebel, sondern dessen Darsteller und Erfinder Uwe Lyko. So ganz unkostümiert habe ich ihn erst gar nicht erkannt und dachte, es wäre bloß der Manager. Lyko ist groß, schlank und kann im Gegensatz zu Herrn Knebel noch gerade laufen.
Herr Knebel, Sie wohnen mitten im Ruhrgebiet, wo es häufig vorkommt, dass Chinesen, Türken, Griechen und Deutsche nebeneinander wohnen. Wie fühlen sie sich zwischen so vielen verschiedenen Kulturen?
Ich fühle mich sehr wohl. Natürlich gibt es Idioten unter den Türken oder Italienern, aber die gibts auch bei uns Deutschen. Schon früher, als ich ein kleines Kind war, gab es im Ruhrgebiet viele Italiener und auch Jugoslawen. Später kamen dann immer mehr Türken zu uns. Deswegen ist es für mich nichts Besonderes, in so einem “Multikulti-Pott” zu leben.
Welche Nationalität ist für Sie die angenehmste?
Die Angenehmste ist für mich die deutsche (lacht), aber nicht, weil ich rechtsradikal bin, sondern aufgrund der “typisch deutschen” Eigenschaften: Disziplin, Pünktlichkeit und - mittlerweile – Toleranz. Natürlich kann man den Rechtsradikalismus nicht leugnen! Aber wenn wir mal hinüberschauen nach Frankreich, England oder Italien, fällt auf, was da an Nationalismus propagiert wird. Selbst in Österreich gibt es einen boomenden Zulauf für die rechten Organisationen. Wenn ich sowas höre, finde ich, dass Deutschland ein Bollwerk der Toleranz und Demokratie ist. Deswegen sind mir meine deutschen Mitbürger erstmal am sympathischsten. Nichtsdestotrotz kenne ich auch viele nette Italiener – und bescheuerte Deutsche.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem “Multikulti-Restaurant” – was für ein Essen bestellen Sie sich? Eine ordentliche Portion Sauerkraut mit Weißwürsteln, oder doch lieber eine große Pizza Funghi?
Oh, ich bin schon seit vielen Jahren ein ganz großer Fan der italienischen Küche. Aber mir schmeckt auch ab und zu mal etwas Türkisches oder Thailändisches.
Haben Sie bestimmte Lieblingsurlaubziele?
In den letzten Jahren habe ich immer mehr meine Liebe für Mallorca entdeckt. Es ist eine wunderschöne Insel, wenn man nicht gerade zum Ballermann fährt. Ich probiere immer “Mallorca pur” zu erleben und nicht gerade dort Urlaub zu machen, wo irrsinnig viele Touristen herumlungern. Wandern in Österreich finde ich auch toll, das mag vielleicht auch an meinem Alter liegen. Ich bin dann aber keine sechs Wochen da, eine Woche reicht mir völlig aus. Um mich ein bisschen jung zu halten, fahre ich auch regelmäßig in Österreich Ski, das ist auf Mallorca nämlich schlecht…
In Duisburg wird bald eine Moschee eröffnet. Was denken Sie, wenn Sie davon hören?
Generell finde ich es nicht schlimm eine Moschee zu bauen. Aber ich habe ein kleines Problem damit, dass viele Muslime, die in Deutschlad leben, das Recht auf Toleranz gern in Anspruch nehmen, aber selber nicht andere Religionen tolerieren – auch nicht die christliche Religion. Man kann nicht alle über einen Kamm scheren, aber so etwas ärgert mich schon. Gegen den Bau von ihrem Glaubenshaus spricht natürlich nichts, sie dürfen gerne ihren Glauben leben. Ich selber glaube weder an Allah noch an Gott.
Barack Obama ist Amerikas neuer farbiger Präsident. Könnten Sie sich für Deutschland auch einen farbigen Bundeskanzler oder eine Kanzlerin vorstellen?
Na, also das wäre mal was! (lacht) Klar kann ich mir das vorstellen, wieso auch nicht? Und eigentlich ist Angela Merkel ja auch schwarz – von der Gesinnung zumindest…






5 Kommentare zu diesem Artikel
1
Ich finde dieses Thema sehr wichtig! Das Thema Integration wird in der heutigen Zeit immer wichtiger, da immer mehr Menschen aus Ost- und Südeuropa aber auch aus der westlichen Welt nach Deutscland kommen, da es ihr ihrer Meinung nach mehr Arbeit gibt. Es ist wichtig den Glauben und die Kultur dieser Menschen zu respektieren und ihnen eine Chance zu geben, sich zu beweisen und ein neues Leben anzufangen und sie nicht ,wie es leider noch oft getan wird, als Ausländer abzustämpeln und es dabei belassen. Ich finde das Konzept der Multikulti-Woche sehr gut und richtig. Auch finde ich gut , das ihr, die Redaktion, andere Themen wie zum Beispiel den normalen Alltag nicht vergesst, aber ich fände es cool wenn ihr noch mehr Videos auf eure Seite brächtet.
2
Wäre schön, wenn ihr das Interview noch als Audio-Datei einstellen könntet. Herbert kommt erst richtig rüber, wenn man ihn akustisch vernimmt. Grüße, Heiner
3
Ich finde die Multikulti-Woche richtig gut. Warum sollten Menschen aus Anderen Ländern nicht zu uns kommen und hier wohnen. Die Menschen die ausländerfeindlich bzw. rassistisch sind tuen dies doch nur, weil sie denken das sie etwas besseres sind. Aber jeder Mensch ist gleichwertig. Die “Ausländer”,wie sie so oft genannt werden, bringen eine neue Frische in unser Land.Ein bisschen Veränderung kann nicht Schaden! Man kann sich genauso gut mit Türken oder Russen unterhalten und lachen wie mit Deutschen. Es ist halt einfach nur die etwas andere Auffassung zu leben, zu erziehen und das Aussehen. Außerdem sind auch so viele Deutsche schon ausgewandert und fühlen sich in Ländern wie Amerika oder den skandinawischen Staaten sogar noch besser als in Deutschland, weil sie in jenen Ländern Arbeit finden und ein besseres Leben haben. Warum sollten das nicht auch andere Nationen dürfen. Ebenfalls ist es doch eine Ehre für uns Deutschen das “Ausländer” gerade in unser Land einwandern.
Allgemein zur HP fände ich es gut, wenn noch mehr über Sport berichtet würde und wenn zum Beispiel mal Arbeitplätze ausprobiert und in einem Artikel vorgestellt werden. Mehrere Videos wären vielleicht nicht schlecht.
4
Angela Merkel ist doch auch schwarz
In diesem Artikel wird sehr viel über Ausländer gesprochen. Es gibt viele Menschen mit verschiedenen Nationalitäten. Italiäner, Türken, Polen, Franzosen, Engländer und viele mehr, die in unserm Land wohnen, was ja auch nicht schlimm ist. Die meisten Deutschen sind tollerant und haben Respekt, auch vor diesen Menschen. Sie sind ja nicht anders als wir. Nur halt in einem andern Land geboren, haben sich dort nicht wohl gefühlt, wurden verfolgt oder sind in Deutschland auf der Suche nach Arbeit, weil sie in ihrem Land keine gefunden haben, kamen mit der Politik nicht zurecht und sind deshalb nach Deutschland umgezogen. Wir Deutsche können ja schließlich auch in jedes Land ziehen. Also auf den ersten Blick nichts Schlimmes. Aber ist es in Ordnung, dass eine Moschee in Duisburg gebaut worden ist? Ich finde nicht, denn die Türken, sowie alle anderen Ausländer auch, sollten sich uns anpassen. Das heißt nicht, dass sie genau das tun müssen, was man als „echter“ Deutscher macht, wie zum Beispiel Stampfkartoffeln mit Sauerkraut essen oder kurze, schwarze Lederhosen tragen, nein ich meine, dass sie nicht mit Kopftüchern rumlaufen, oder, wie in Duisburg, eine Moschee errichten. Es ist zwar ihr Glaube, aber den hätten sie ja auch in der Türkei ausführen können.
Wie sähe Deutschland denn sonst aus, wenn wir so viele verschiedene Kulturen hätten? Gäbe es dann überhaupt noch ein Deutschland, wie man es heute noch kennt? Mit einer eigen Kultur und so weiter?
5
hääh
Was sagst du dazu?