Wenn Oma dich nach deinem nächsten Telefonat mit deiner Freundin wieder mal nach dem Zustand deiner „Chillen“ fragt, musst du ihr jetzt glücklicherweise nicht mehr erklären, dass es sich dabei wirklich nicht um ein Gemüse handelt. Der Langenscheidt-Verlag hat nämlich ein Buch herausgebracht, das bei solchen Verständigungsproblemen Abhilfe schaffen soll: „Hä – Jugendsprache unplugged“ übersetzt viele neue Wortkreationen, mit denen vor allem die älteren Generationen nichts mehr anfangen können, ins „normale“ Deutsch.
Passend dazu wurde auch das Jugendwort des Jahres 2008 gewählt: “Gammelfleischparty” (= Ü-30-Party) bekam hierbei die meisten Stimmen. Weitere witzige Neukreationen waren zum Beispiel die „Bildschirmbräune“ oder das „Datenzäpfchen“, bei denen es sich eigentlich um die blasse Haut eines Computerfreaks und einen USB-Stick handelt. In dem Buch sind insgesamt 450 Wortneuschöpfungen zusammengetragen und auch mit Beispielen und Bildern versehen.
Das ist ja alles schön und gut: Die Wörter regen natürlich zum Schmunzeln an, das sollen sie ja auch. Aber wer hat Begriffe wie “Gammelfleischparty” oder “Datenzäpfchen” je schon einmal gehört oder benutzt sie sogar?
Da kommt doch schnell die Frage auf, ob der Wettbewerb wirklich etwas Sinnvolles liefert, oder ob das Ganze nur des lieben Geldes wegen veranstaltet wurde. Wer liefert außerdem die Kriterien für das Jugendwort, und wie kam der Velag nun tatsächlich dazu, so ein Buch herauszugeben? Diese Fragen versucht Stefanie Schill vom Langenscheidt-Verlag zu beantworten.
So erklärt sie, dass die Jugendsprache von heute schnelllebig und speziell sei und allein deshalb schon viel zusammenkomme. „Wir bekommen Einsendungen von überallher“, berichtet sie. „Und da selbst viele Cliquen untereinander verschiedene Ausdrücke benutzen, versuchen wir mit dem Buch, diese Spracheigenart einzufangen.“ Es ist also klar, dass man viele Wörter nicht kennt, jeder einzelne von uns hat sich bestimmt schon mal seine eigenen Worte erschaffen.
Bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres kann jeder teilnehmen. So wird eine Vorauswahl von 30 Begriffen über das Internet erstellt. Die Jury, die dann schließlich aus diesem Sammelsurium ein Wort aussucht, setzt sich aus ganz verschiedenen, normalen Leuten zusammen, die zwischen 13 und 40 Jahren alt sind.
Die gesammelten Wörter haben wirklich Seltenheitswert und sind oft schon ein Witz an sich. Und davon mal ganz abgesehen kann man den ganzen Gammelfleischparty-Gängern mit einem kurzen Blick in das Büchlein ganz einfach unsere Welt näher bringen.

Und was hältst du vom Jugendwort des Jahres? Schreib uns deine Meinung oder dein liebstes Jugendwort in die Kommentare und gewinne eins von zwei Exemplaren von “Hä?? Jugendsprache unplugged”. Vollständigen Namen und Klasse nicht vergessen! Einsendeschluss ist der 7. März 2009. (Hier gehts zu den Gewinnern.)

jugendwort.de
Auf der Website zum Jugendwort des Jahres kannst du eigene Vorschläge einreichen