„Ich bin unter seltsamen Umständen geboren.“ So beginnt das Filmmärchen in den Wirren am Ende des ersten Weltkrieges. “Der seltsame Fall des Benjamin Button” basiert auf einer Kurzgeschichte von 1921.
Tatsächlich ist Benjamin Button nicht nur hinsichtlich seiner Geburt etwas Besonderes: Sein ganzes Leben läuft rückwärts. Geboren als 80-jähriger Mann kurz vor seinem Tod, geistig jedoch altersgemäß, ist er dazu verdammt, ein Leben als Außenseiter zu führen. Aufgewachsen in einem Seniorenstift, lernt er als siebenjähriger Greis das uns so Bekannte mit völlig anderen Augen kennen. Der Zuschauer wird in dem knapp dreistündigen Film Zeuge einer ergreifenden Lebensgeschichte, die auch stilistisch wirklich gut umgesetzt ist.
Letztendlich findet Benjamin sein Glück, doch der Film zeigt uns auf eindrucksvolle Art und Weise, wie vergänglich gerade dieses Gefühl ist und dass auch wir die Zeit nicht aufhalten können. Damit knüpft Regisseur David Fincher also durchaus an seinen Erfolg an. Der heroische Stil, der in so vielen anderen Hollywood-Produktionen zur Schau getragen wird, missfällt vielen Zuschauern und mit diesem Film hat Fincher, wie auch schon mit Forrest Gump, ein überzeugendes Gegengewicht geschaffen.
Da allerdings liegt auch der einzige richtige Kritikpunkt, den man an dem Film finden kann: Es gibt viele Szenen, die sehr stark an den berühmten Streifen mit Tom Hanks erinnern. Auch die Art der Erzählung ist ähnlich. So wird in beiden Filmen nacherzählt, und die Biographien der Protagonisten ähneln sich auffallend stark (siehe Video unten!).
Alles in allem aber ein wirklich sehenswerter Film, der trotz oder gerade wegen seiner Länge wirklich gute, anspruchsvolle Unterhaltung bietet.