Herr Hartmann, seit Sie uns Anfang 2007 verlassen haben, haben sich viele Schüler gefragt, wohin es Sie verschlagen hat und was Sie jetzt eigentlich machen.
In der Zwischenzeit bin ich in Mittelhessen unterwegs gewesen und habe dort in Arnberg an zwei Gesamtschulen katholische Religion unterrichtet, was aber von dem Stundenpensum her nicht mit Mariengarden zu vergleichen war. Außerdem habe ich in einer Pfarrgruppe mitgearbeitet.
Momentan unterrichte ich am Einhart-Gymnasium in Seligenstadt, welches in Hessen an der Grenze zu Bayern liegt. Das Arbeitsklima ist dem in Burlo sehr ähnlich: Ich unterrichte auch hier die Unter- und Mittelstufe und die Gegend hier ist ebenfalls katholisch geprägt.

Vermissen Sie uns denn trotzdem?
Ja! Ich denke sehr oft an Mariengarden, an einzelne Schüler und an die Lehrer. Wenn ich zum Beispiel meinen Unterricht vorbereite, gucke ich oft in meine alten Unterlagen, die mich an meine Zeit in Burlo erinnern. Ich denke wirklich gerne zurück. Ich habe mich auch sehr über die Einladung der 13er zu ihrem Abiball gefreut, vor allem weil ich alle drei Klassen im Unterricht gehabt habe und mir niemand unbekannt war. Es war schön, die Leute mal alle wieder zu sehen.

Was machen Sie denn ohne uns in Ihrer Freizeit?
Wenn ich mal etwas freie Zeit übrig habe, beschäftige ich mich immer noch gerne mit Kunst oder ich geh mal raus, um mich mit ein paar Leuten zu treffen. Ich bummle auch gerne durch die Stadt. Seligenstadt ist ein sehr schöner kleiner Ort mit vielen romantischen Fachwerkhäuschen. Es wirkt alles etwas mittelalterlich und das Klima hier ist auch wärmer als im Münsterland. Eine Sache stört mich allerdings schon: Es gibt hier zwar viele Kneipen, aber keine anständige Frittenbude!

Wie, kein McDonald’s in erreichbarer Nähe?!
Leider nein! Und auch keinen schönen Klostergrill! Man kann Seligenstadt eben nicht mit Westfalen vergleichen… Was die hier aber wohl können, ist Eis machen und verkaufen – damit machen die Milliardenumsätze!

Als Sie noch bei uns waren, haben Sie vielen Schülern im Rahmen einer Hausführung auch Ihr Zimmer gezeigt. Dabei haben wir auch verschiedene Musikalben zu Gesicht bekommen, zum Beispiel von den Backstreet Boys oder Westlife. Hat sich Ihr Musikgeschmack in der Zwischenzeit verändert?
Was heißt verändert, mir gefällt Musik aus fast allen Richtungen. Zur Zeit höre ich Billy Talent, die Backstreet Boys, US 5, Green Day, aber auch Klassik, Orgelmusik und noch vieles mehr. Die Hauptsache ist, dass die Melodie schön ist. Was mir nicht so gut gefällt, ist Jazz oder diese “Satansmusik”, wie heißt das noch – Metall oder so. Aber momentan habe ich keinen direkten Zugang zu einem guten Plattenladen. Da muss ich wohl mal nach Aschaffenburg reinfahren…

Ihr Musikgeschmack ist wohl einzigartig! Zum Schluss noch die Frage: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Hier zu bleiben, denn es gefällt mir ausgesprochen gut hier. Aber man weiß ja nie, was noch so alles kommen kann…