Wie hat alles angefangen?
Vor 10 Jahren fingen die Schulen an, sich im Internet zu präsentieren und ich hab gedacht, das dies eine interessante, spannende Sache sei. Persönlich fand ich es als Lehrer langweilig, nur Unterricht zu geben. Man müsste auch etwas AG-mäßiges machen. Zuerst habe ich mit einer Mathe-AG gestartet. Das lief auch alles ganz gut, aber das Internet war halt etwas ganz neues, unbekanntes, weil das noch keiner vorher gemacht hatte. Und als ich Pater Fleischmann das vorgeschlagen hatte, fand er das auch ganz interessant.
Wir sind dann damals zuerst nur mit Oberstufenschülern gestartet. Da hatten wir noch gar keine Ahnung, wie das alles funktioniert mit HTML, Javascript und so weiter. Schließlich haben wir den ISDN-Zugang bekommen, den wir auch heute noch nutzen, da es in Burlo kein DSL gibt. Damit haben wir die erste Seite ins Netz gestellt und wir merkten, dass es ganz gut funktionierte. Bis heute ist das Projekt so immer weiter gewachsen.
Welche Probleme entstehen daraus, dass Sie statt DSL nur eine ISDN-Leitung haben?
Das hauptsächliche Problem liegt darin, dass man in unserer Informatik keine vernünftige Internetrecherche machen kann. Wenn man zum Beispiel mit einer Klasse hier hoch kommt und sich etwas Animiertes angucken will, geht das einfach nicht. Das ist eigentlich eine Katastrophe…
Wie haben sich Arbeit und Aufgaben der Homepage AG entwickelt?
Die sind mitgewachsen. Als wir anfingen, hatten wir einen Raum mit zwei „echten“ PCs mit Internetzugang. Dann kam 1999 der Umbau, bei dem auch die Informatikräume entstanden. Und seitdem gestaltet die Homepage AG eben nicht nur die eigentliche Homepage, sondern sie erledigt auch alles, was sonst noch gemacht werden muss: Hardware- und Softwarepflege, Neuinstallationen, Netzwerkorgansiation… Wir machen eigentlich alles, was hier anfällt. Und ich glaube ohne falschen Stolz sagen zu können, wenn wir hier die Arbeit von einem Tag auf den andern einstellen würden, dann liegt in vier Wochen die Informatik lahm, dann läuft hier gar nichts mehr. Und das ist dann auch eine große Verantwortung, an der unsere Mitglieder wachsen können.
Können Sie dafür ein Beispiel geben?
Der größte Kraftakt ist es immer, wenn Gruppen ein völlig neues Design für die Homepage entwickeln wollen. Das passiert so alle vier, fünf Jahre und birgt dann immer eine sehr, sehr intensive Arbeit in sich. Und daran erkennt man auch, dass so eine Homepage etwas dynamisches ist. Es wird niemals so statisch, dass man sagen kann, jetzt treffen wir uns sechs Wochen nicht, weil wir fertig sind, sondern es gibt immer was zu tun. Und wenn ich mir mal die Homepages von anderen Schulen angucke, was ich auch hin und wieder ganz gerne mache, dann kann ich schon sagen, wir sind vorne dabei.
Welche Resonanz haben Sie im Laufe der Zeit bekommen?
Zuerst waren viele skeptisch und haben mich belächelt. Doch spätestens in den letzten Jahren konnte man sehen, dass die Informatik immer mehr genutzt wird – nicht nur durch den Informatikunterricht, sondern auch durch die Tippkurse oder Klassen und Kurse, die hier recherchieren oder Referate halten. Es wird immer mehr erwartet, dass alles funktioniert. Wir geraten dann schon unter Druck, wenn etwas längere Zeit nicht funktioniert. Dann heißt es oftmals: „Ihr müsst jetzt arbeiten.“ Nun sind wir eben in der Schule die ersten Ansprechpartner für diese Sachen und dieser Verantwortung muss man sich tagtäglich stellen. Jetzt aktuell hat der Förderverein unsere Party zum 10jährigen Jubiläum bezahlt und als wir die Klosterhomepage gemacht haben, hat das Kloster uns zu einem gemütlichen Abendessen eingeladen. Das fand ich sehr schön.
Sind in der aktuellen Homepage AG auch noch Ehemalige aktiv?
Michael Baumeister hat letztes Jahr Abitur gemacht, und auch Michael Elsweier ist noch manchmal da. Besonders wenn wir größere Probleme haben, können wir uns jederzeit an unsere Ehemaligen wenden.
Welche Voraussetzungen sollte erfüllen, um bei der Homepage AG mitzumachen?
Es ist schön, wenn Vorkenntnisse da sind, aber es ist absolut kein Muss. Mir fällt auf, dass die Grundkenntnisse der Mitglieder auch durch die AG enorm wachsen. Meistens interessieren sich die Leute, die kommen, aber von vornherein für Internet, Gestaltung und Programmierung. Mit ist immer ganz lieb, wenn von jedem Typ Leute dabei sind. Also welche, die total gerne programmieren oder auch welche, die sich das Design mal vornehmen. Aber die Hauptvoraussetzung ist, dass die Leute Spaß haben, sich in die Gruppe einzufügen und Klassenstufen übergreifend zu arbeiten. Das ist das schöne an einer Arbeitsgemeinschaft: Hier kommen Menschen von der Neun bis jenseits der 13 zusammen und man kann unglaublich viel voneinander lernen.
gymnasium-mariengarden.de
Die Homepage AG stellt sich vor.borkenerzeitung.de
Immer noch kein DSL in Burlo! Die Borkener Zeitung berichtete.













3 Kommentare zu diesem Artikel
1
Dem kann ich nur zustimmen ;-)
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“[...]da es in Burlo kein DSL gibt.” Stimmt ja so nicht ganz. Aber meiner Meinung nach schon ein Unding, dass eine Schule ohne DSL auskommen muss, wobei immer wieder von der (Landes-)Regierung gemeckert wird, dass die Nutzung des Internets in der Schule mehr thematisiert werden soll. Hoffen wir mal, dass sich dieses Problem im nächsten Jahr lösen wird.
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ja, aber soll doch auch bald kommen, habe ich gehört?!
nach beschwerdebriefen und tv-doku ließ sich die dt telekom nun dazu bewegen. (s. oben genannte hp).
tolles engagement herr ertner!! respekt
Was sagst du dazu?