Die Teambesprechungen in der Umkleide nach einem Sieg oder einer Niederlage sind doch immer die emotionalsten: Alle sind total geladen und da ergibt ein Wort schnell das andere. Genauso wie bei dem Theaterstück “NachSpielZeit”, das unsere Theater AG am 27. und 28. Oktober 2008 aufführte.
Nach einer ziemlich hohen Niederlage der neuen Schulfußballmannschaft kommt es zu einem heftigen Streit zwischen Trainer Karsten, gespielt von David Schmidt, und der Punkerin Mia, die bei der einen Aufführung von Elisabeth Inhester und bei der anderen von Christina Wilkes dargestellt wurde. Hauptstreitpunkt: Die Mannschaft hält sich nicht für “ein Team”, und so lassen die Leistungen der Truppe auf dem Feld zu wünschen übrig. Trainer Karsten findet keinen anderen Ausweg, als die verkorkste Mannschaft in der Umkleidekabine einzusperren, damit sie so endlich lernen, was Teamgeist bedeutet.
Zuerst wird da gekeift, was das Zeug hält. Jeder kämpft für sich, das scheint fast das Motto der Mannschaft zu sein.
Doch nach und nach bemerken alle, dass sie gar nicht so sind, wie sie nach außen hin scheinen, und womöglich doch eine Gemeinsamkeit haben: Keiner der Anwesenden wollte überhaupt wirklich in der Fußballmannschaft mitmachen.
Der Hockey-Star Tabea ist nur in eingetreten, um auch mal etwas anderes als einen Puk vors Schienbein zu bekommen. Maximilian, den alle für schwul hielten, gesteht seine Liebe zu Tabea und dass er den Fußball nur wählte, um ihr näher zu kommen. Spielführerin Claudia macht es ihrem im Koma liegenden Freund zur Liebe…
Alles in allem präsentierte die Theater AG ein gelungenes Theaterstück! Gleich zu Beginn des Stückes fand jeder Zuschauer eine “Bezugsperson”, die ihm selbst ähnelte, denn vom Streber über das graue Mäuschen bis hin zur Prinzessin waren alle denkbaren Charaktere vertreten.
Man konnte dem Geschehen auf der Bühne gut folgen, da die angespannte Situation durch Witze an den passenden Stellen aufgelockert wurden. Das Auftauchen der Putzkraft Peter brachte ein neues Gesicht ein.
Allerdings hat sich der Prozess in der Umkleide sehr dadurch herausgezögert, dass jeder seine persönliche Lebensgeschichte berichten wollte. Das ist eigentlich in Ordnung, aber acht verschiedene Lebensgeschichten können streckenweise langweilig werden.
Dennoch soll am Schluss ein dickes Kompliment an unsere Theater AG stehen, die mit sehr viel Spaß und Talent (!) dabei war. Wir sind gespannt auf das nächste Stück!
Achja, und bald kommen sie sogar ins Fernsehen! Naja, zumindest in den DVD-Player. “NachSpielZeit” soll nämlich auf Video aufgenommen werden. Also freut euch schonmal auf einen DVD-Abend mit Mia, Claudia und Co.!