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Um Punkt 19 Uhr 30 betreten vier junge Männer in weißen Hemden die Bühne in unserer Aula. Mit Posaunen und Trompeten eröffnen sie den Abend mit einem fröhlichen Marsch aus der Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini.
Auch den Schlusspunkt würden unsere vier Marschkünstler setzten, doch bevor es soweit sein sollte, wurden den Zuschauern zweieinhalb Stunden voller Talent und Vielfalt geboten. Viele Schüler und Lehrer hatten dazu eine Menge Zeit investiert.
Frau Heuveldop-Müller gab mit ihrer Klasse 5b Fontanes „Herr von Ribbeck“ zum Besten und scheute dabei keine Mühen. Die Bühne wurde von einem großen Birnenbaum geschmückt und der kleine Herr von Ribbeck lockte die Mädchen in charmantem Plattdeutsch: „Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ne Birn.“
Weitere dichterische Künste präsentierte die Klasse 7b. Mit ihrem Klassenlehrer Herr Hinsken hatte sie zwei Wochen lang an den Bildern zu ihrem „Feuerreiter“ gemalt, wie eine Schülerin erzählt.
Aber nicht nur die Lyrik bestimmte den Abend. Theresia Günther und Isabell Wermers faszinierten das Publikum mit einer Mediation für Klavier und Querflöte, Anika Müller gab Ludwig van Beethoven auf ihrer Violine zum Besten und zwei weitere Auftritte stellten die Biologie vor die enscheidende Frage: Bestimmen unsere Gene auch unser Talent?
Schaut man sich die jungen Musiker Hannah und Sebastian Brands an, erscheint die Frage wohl als beantwortet. Sie überzeugten mit ihren Partnern Middeler und Richter am Klavier. Von wem sie das wohl haben? Aber der Papa ist der festen Überzeugung: „Talent ist nicht vererbbar!“
Einen der Höhepunkte bildete sicherlich der Deutsch-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 13. Die Schüler machten die Zuschauer mit dem Begriff „Poetry Slam“ bekannt. Dieser Dichterwettstreit kommt aus den USA und funktioniert wie folgt: Jeder Dichter trägt einen selbstgeschriebenen Text vor. Dabei zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art des Vortragens. Erlaubt ist dabei alles, was mit der Stimme und dem Körper möglich ist. Am Ende darf das Publikum über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Einge mutige 13er stellten sich der Aufgabe und begeisterten mit Texten von bereits bekannten Poetry Slammern. Den Anfang machte Stefanie Rudde mit „Clara putzt und will Lutz sein“ von Nadja Schlüter. Eine Mischung aus Zungenbrechern, Reimen und fürchterlich schnellem Sprechen erheiterten die Aula hörbar.
Ein Lachkrampf stellte sich dann spätestens bei der zweiten Performance von Moritz Gerhards ein: „Ich hab ein Liebesgedicht geschrieben. Ein Liebesgedicht für Brot. Der Text heißt “Bread Pitt”.“ Moritz forderte „ein Brot, das sich wehrt, wenn man Nutella draufschmiert, ein Brot auf dem sich die abgehangenste, würzigste, ungarischste Wurst total undeftig vorkommt, ein Brot, so körnig, kernig, männlich, dass man sich davon nur eine Scheibe abschießen kann.“
Zu aller Erstaunen scheint es dieses Brot zu geben, wie Herr Kappenstein sogleich verlauten ließ: „Mein Bäcker hat so ein Brot. Sie nennen es AOK-Brot!“
Neben so viel Anstrengung für die Lachmuskeln musste es auch einen nachdenklichen, schwermütigen Teil geben. Dafür sorgten einige 12er mit ihrem Musikprojekt. Sie zeigten einen Stummfilm, in dem Freunde, Bekannte und Verwandte von einer Verstorbenen Abschied nehmen. Die Künstler begleiteten den Film musikalisch auf der Bühne und bildeten damit klar die emotionalste Seite dieses Balladenabends.
„Insgesamt“ , so sagt es die Organisatorin Frau Swan selbst, „war es ein sehr gelungener Abend. Es gab eine große Vielfalt, sowohl im Pogramm als auch bei den Mitwirkenden. Es war ein echtes Gemeinschaftswerk!“
Sie hofft, dass es in Zukunft weitere solcher Abende geben wird. Moritz Gerhards kann sich bis dahin ja schonmal um eine verbesserte Rezeptur des AOK-Brotes kümmern…

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