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Als Harald Pignatelli die Bühne betritt, um den Jugendaktionstag in Berlin zu eröffnen, erhält er sofort die volle Aufmerksamkeit der 400 Schülerinnen und Schüler im Kinosaal. Der Moderator vom RBB engagiert sich schon lange für die Aidshilfe. Auf die Anfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Moderation des Welt-Aids-Tages zu übernehmen, musste er nicht lange überlegen.
Wie lange sind Sie schon beim Welt-Aids-Tag aktiv?
Gute 20 Jahre gibt es den Welt-Aids-Tag schon, und ich bin auch fast seit dieser Zeit bei Veranstaltungen anzutreffen, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit zu erregen für das Thema Aids, für HIV-infizierte Menschen, für Solidarität mit ihnen und wie man präventiv aktiv werden kann.
Beschreiben Sie uns kurz, was für Sie das Besondere am Welt-Aids-Tag ist.
Der Welt-Aids-Tag ist so etwas wie eine gute Werbung für das Problem, das ja mittlerweile von vielen Menschen gar nicht mehr wahrgenommen wird. Immer wieder heißt es: Das ist ja gar nicht mehr so schlimm Aids zu haben, man kann das medikamentös behandeln.
Aids gerät ein bisschen in Vergessenheit, obwohl die Krankheit weiterhin auf dem Vormarsch ist. Und sie ist nicht weit weg, also irgendwo in Afrika oder Asien, sondern auch hier bei uns in Deutschland, vor allem auch in den osteuropäischen Ländern, weil sich bei den Menschen eine Art „Scheiß-egal-Gefühl“ einstellt.
Jedes Jahr kommen 400-500 Schüler zu diesem Jungendaktionstag am 1. Dezember. Haben Sie das Gefühl das Ihre Aufklärungsarbeit etwas bewirkt in den Jugendlichen und der Tag wirklich Erfolg zeigt?
Mein Eindruck von den Schülern heute ist ein anderer als ich erwartet habe. Ich dachte, das läuft nach dem Motto: Wir machen uns einen schönen freien Tag, hören wir uns das mal an und gut ist!
Dies ist aber nicht der Fall, ich habe sehr engagierte Schüler und Schülerinnen gesehen und gehört. Ich bemerke, dass junge Menschen im Alter von 14-18 Jahren heute ganz schön cool mit Sexualität umgehen, aber trotzdem dieses Verantwortungsbewusstsein haben.
Wie war es bei Ihnen früher? Wie haben Sie von der Krankheit erfahren? In Ihrer Moderation sprachen sie dabei auch von persönlichen Schicksalsschlägen.
Als in den 80ern das Thema Aids aus Amerika zu uns kam, war ich frische 18, das war meine Sturm und Drang Zeit. Man hörte von Aids, sprach von einer „Seuche“, die es nur unter Schwulen gibt und alle waren irgendwie geschockt von der Krankheit. Und hier hat Rita Süssmuth tolle Aufklärungsarbeit geleistet, sodass über das Thema offen gesprochen werden konnte. Bei mir persönlich war es so, dass zwei meiner engsten Freunde an den Folgen von Aids gestorben sind und sich viele infiziert haben, die glücklicherweise noch nicht tot sind. Aber es ist wie ein Damoklesschwert, das über einem hängt und ich habe zwei Menschen wirklich bis an ihr Grab gepflegt.
Zum Schluss noch ein Satz zur Zukunft des Welt-Aids-Tages, zum Thema Aids zur Auflklärungsarbeit. Was ist Ihr Wunsch?
Mein Wunsch für den Welt-Aids-Tag ist, dass wieder mehr Herz ins Spiel kommt. Ich glaube, dass die Menschen Sex und Emotionen mittlerweile trennen. Für sie ist es ein Luxusartikel, der nichts besonderes mehr ist. Und das sollte nicht sein, nicht bei Sex und vor allem nicht bei Sex in Verbindung mit Liebe. Aus einem neuen Sexualbewusstsein kann dann wieder mehr Verantwortung entstehen.





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