Während der Sommer noch ein letztes Mal wärmende Strahlen schickt, sind in Münster gegen Abend des 22. September 2007 hunderte Menschen auf den Beinen. Nicht allein die dort stattfindende Demonstration gegen Tierversuche ist daran schuld – nein, heute Abend sind die Sportfreunde Stiller aus dem fernen Germering (bei München) angereist, um mal wieder ordentlich Stimmung in die Halle Münsterland zu zaubern.
Nach dem Passieren vollschlanker Securitykräfte stehen wir inmitten unzähliger Fans im vorderen Drittel der Halle. Sehnsüchtig wartend beklatscht die Menge jeden Techniker, der die Bühne betritt, und bricht schließlich in tosenden Applaus aus, als das Licht gelöscht wird und die schwedische Vorband Johnossi die Bühne betritt. Die zwei Brüder spielen an Schlagzeug und Gitarre eine halbe Stunde Songs aus ihrem gleichnamigen Album, schaffen es aber nur teilweise, das Publikum aus der Reserve zu locken.
Während der Umbaupause werden unter den Besuchern schnell die aktuellen Bundesligaergebnisse ausgetauscht, dann werden bald die ersten „Sporties!“-Sprechchöre laut.
Endlich betreten Andi, Peter und Flo unter lautem Sirenengeheul die Bühne und eröffnen das Konzert mit „Der Titel vom nächsten Kapitel“, gefolgt von ihrer aktuellen Single „Alles Roger“. Und spätestens jetzt hält es niemanden mehr auf seinem Platz und die Zuschauermenge verwandelt sich in eine singende, tanzende und hüpfende Masse. In der nächsten Stunde spielen die Jungs einen bunten Mix aus alten und neuen, schnellen und langsamen Songs und lassen so liedtechnisch keine Wünsche offen. Doch nicht nur die Ohren kommen heute voll auf ihre Kosten: Die Jungs überzeugen mit aufwendiger Lichtshow und Bassist Rüde betört mit einem stilistisch ausgereiften Bühnenoutfit aus Baumwollshirt und Jogginghose.
Kurz vor Schluss läutet die Band eine kurze Akustik- Session ein. Neben dem Bob-Marley-Klassiker „Redemption Song“ geben sie auch ihren Hit „54, 74, 90, 2006“ zum besten, den das Publikum, von den Dreien begleitet, alleine singt.
Nach lauten Fangesängen lassen sie sich nach erneutem Verlassen der Bühne noch zur ein oder anderen Zugabe bewegen, bevor sie von den Besuchern schließlich mit einem Meer aus Feuerzeugen verabschiedet werden.
Das Licht geht an und wir waten kniehoch durch gesplitterte Trinkbecher zum Ausgang, wo noch ein kurzes Schwätzchen mit der Vorband gehalten wird, bevor wir die Halle Münsterland – zumindest für heute – endgültig verlassen.






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