Am frühen Abend des 31. März 2007 ist es vor dem Skaters Palace in Münster unangenehm kühl und wer glaubt, er könne sich mit Skaten aufwärmen, der muss enttäuscht werden: Heute Abend wird hier nicht geskatet, heute Abend wird hier gerockt, denn Madsen geben sich im Rahmen ihrer „Goodbye Logik“-Tour die Ehre.
Die Location ist erstklassig, klein und „dreckig, also geil!“ Ein paar Rampen stehen in der Gegend rum und die Wände sind voller Graffiti. Der kleine Bereich vor der Bühne ist schnell gefüllt, erste Gesänge werden schon vor der Vorband angestimmt, die Stimmung ist ausgelassen. Klar ist: Beschauliches Hüftenschwingen ist hier nicht gefragt (auch wenn die feinen Stöckelschühchen einiger Besucherinnen darauf schließen lassen).
Und richtig, schon bei der Vorband verwandelt sich die Zuschauermenge in eine pogende Meute. Ob man Profession Reporter aus Koblenz jetzt kennt oder nicht, die liefern definitiv eine solide Einführung in den Abend und wer jetzt schon Probleme damit hat, sein Gleichgewicht zu halten, der sollte sich lieber zurückziehen, denn spätestens beim Hauptact gibt es kein Halten mehr: Madsen beginnen ihr Konzert mit „Ein Sturm“ und wer je der Meinung war, eine kleine Zuschauermenge könne nicht mit der Begeisterung von vielen Konzertbesuchern mithalten, der wird eines Besseren belehrt: Das Publikum wogt, es wird gesungen was die Stimmbänder hergeben. Ohne die Spur einer Ansage folgt direkt der nächste Song, mit „Diese Kinder“ kommt er aus dem ersten Album der Band. Nun ja, ganz ohne Begrüßung geht es dann doch nicht: „Herzlich willkommen, Freunde des guten Geschmacks und der Hoffnung!“
Kurz gesagt, die Chemie zwischen Band und Publikum stimmt. Egal, ob Sebastian seine neue Akustikgitarre „Bob“ tauft, ob sich Niko als „der neue Bassist Bernd“ vorstellt, oder ob Folkert (Fölli) hinter seinem Keyboard herkommt, um auch mal einen Song anzusagen, man versteht sich.
Eine ruhige Kugel wird hier nur in den seltensten Fällen geschoben und so bleiben „Der Moment“ („Ihr Kuschelkatzen!“) und „Euphorie“ als beschauliche Songs eher die Ausnahmen. Stattdessen bricht ein furioses Feuerwerk an schnellen, lauten Songs über das Publikum herein, im Skaters Palace geht es ab, sei es zu altbekannten Songs wie „Panik“, „Vielleicht“, „Unzerbrechlich“ und „Du schreibst Geschichte“, als auch zu einem neuen Song. „Nitroglyzerin“ geht durch die Decke, man fühlt die Energie des Songs am ganzen Körper. Die Band scheint ebenfalls ihren Spaß zu haben, man würde auf jeden Fall gerne wieder hier in Münster spielen wollen.
Viel zu schnell wird das Geheimnis des Abend gelüftet: „Hier steht, dass wir nur noch einen Song spielen,natürlich könnt ihr was dagegen tun!“ Der eigentlich letzte Song endet mit einem bunten Papierschnipselregen und Sprechchören, die lauthals „Madsen“ fordern. Die Band lässt sich nicht lange bitten und mit „Die Perfektion“ und zwei weiteren Songs wird noch einmal richtig abgefeiert, dann ist aber auch Schluss, das Licht geht an und das Skaters Palace wird geräumt.
Nach und nach lichtet sich das Chaos an Bar und Garderobe und die wenigen verbliebenen Konzertbesucher werden für ihr Warten belohnt, denn Madsen lassen es sich nicht nehmen, noch ein paar Fotos schießen zu lassen, Karten und Zeitschriften zu signieren und ein bisschen zu plaudern.