Voilà, hier ist sie, die neue deutschlandinterne Pisa-Studie. Bayern und Baden-Württemberg waren eigentlich wieder die Hauptverdächtigen, diesen Bundesländervergleich zu gewinnen. Doch diesmal machte ihnen Sachsen einen Strich durch die Rechnung und räumte mal sofort den 1. Platz ab. Das überraschte – und veranlasst zu Spekulationen: Was machen die richtig – und was machen wir falsch?
Mit dem 14. Platz kann NRW sich nicht zufrieden geben, ganz klar. Also wird eifrig verglichen. Und danach fängt man an zu diskutieren, über soziale Herkunft der Schüler zum Beispiel und was das für Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen hat. Oder den Anteil an „Migrantenkindern“ in den unterschiedlichen Bundesländern und ob das etwas mit deren Abschneiden zu tun hätte.
Das ist ja alles sehr interessant, schon klar, aber sollte man sich nicht eigentlich fragen, warum es in Deutschland immer noch kein einheitliches Schulsystem gibt? In manchen Bundesländern geht man sechs Jahre lang zur Grundschule (zum Beispiel Berlin), in anderen nur vier Jahre (zum Beispiel wir). Manche Bundesländer bieten die Schulform Gesamtschule überhaupt nicht an.
Sind es nicht diese Unstimmigkeiten, dieser Flickenteppich der verschiedenen Schulsysteme auf der Deutschlandkarte, der auch die Verantwortung dafür trägt, dass Deutschland INTERNATIONAL ebenso schlecht abschneidet? Dort belegten wir nämlich im Jahr 2000 den 20. Platz, 2003 den 16. und 2006 schließlich den 14. Platz. Nächstes Jahr steht der nächste internationale Vergleich an, welcher kaum besser ausfallen dürfte, solange alles so bleibt wie es ist.
Sollte den Deutschen Politikern ein gutes Abschneiden in der internationalen Konkurrenz jedoch wichtig sein, ist es meiner Meinung nach unumgänglich, sich innerhalb der nächsten fünf Jahre auf ein gemeinsames Schulmodell zu einigen, mit dem auch ganz Deutschland erfolgreich sein kann.