Michaela Grouls, 19, und Heinz-Willi Grouls, 53
Michaela und ihr Vater sind sich sehr ähnlich: Sie teilen die Leidenschaft für die Fächer Deutsch und Englisch – und finden beide Naturwissenschaften nicht so toll. „Das ist vererbt!”, ist sich Herr Grouls sicher. Im Gegensatz zu ihm sei seine Tochter jedoch ausgesprochen fleißig. Gerade während sie fürs Abitur lernte, habe er ihr deshalb bis vor Kurzem öfter mal sagen müssen: „Ela, jetzt mach mal eine Pause!”
Mit ihren Eltern zur Schule zu gehen ist für Michaela total normal: Schon an der Grundschule arbeitete ihre Mutter als Sekretärin. In der Theater AG, wo sie gemeinsam mit ihrem Vater Stücke einstudierte, gerieten beide trotzdem ab und zu aneinander. Ein Grund mehr, warum Michaela froh ist, niemals Unterricht bei ihrem Vater zu haben. „Ich habe ja gehört, wie streng er ist”, sagt sie. Und Herr Grouls selbst erklärt, dass er mit seinen eigenen Kindern sicher noch viel strenger wäre.
Doch jetzt schließt Michaela die Schule ab und will studieren gehen. „Darunter werde ich furchtbar leiden”, sagt Herr Grouls, „Aber Ela muss ihr Ding durchziehen!”

Philip Ashton, 19, und Ken Ashton, 55
Es fällt auf, wie freundschaftlich und locker das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist. Das liege vor allem daran, sagt Herr Ashton, dass er versuche Beruf und Privates strikt voneinander zu trennen. „In der Schule, im Lehrerzimmer bin ich immer der Kollege Ashton und nicht der Vater Ashton”. Sowieso sieht dieses Verhältnis ein bisschen anders aus, als das normale Lehrer-Kind-Verhältnis – denn Philip war zuerst da. Das plötzliche Auftauchen seines Vaters als Lehrer an Mariengarden sei jedoch völlig stressfrei verlaufen, erklärt er. Das Einzige was sich verändert habe, sei, dass der Schulweg seitdem der gleiche ist.
Natürlich hört Philip ab und zu, was über seinen Vater geredet wird: „Vor allem Lob.” Von Spitznamen ist aber noch nichts zu ihm durchgedrungen. Auch sein Vater muss passen. „An meinem früheren Arbeitsplatz hieß ich mal… aber vielleicht sollte man so etwas lieber ruhen lassen.”

Sebastian Brands, 12, und Michael Brands, 43
Eigentlich war immer schon klar, dass Sebastian nach Mariengarden kommen würde. Die Qualität der Schule sei ein Hauptgrund gewesen – „und ich habe mich als Schüler hier auch schon wohl gefühlt”, erklärt Herr Brands.
Während der ersten Wochen begegneten sich die Beiden überhaupt nicht auf dem Schulgelände. Sebastian könnte sich auch nicht vorstellen, jeden Tag mit seinem Vater nach Burlo zu fahren. „Du stehst ja auch eine Stunde früher auf!”, sagt der. Sowieso sind sie darauf bedacht, einen gewissen Abstand zu wahren. Um Elternsprechtage und Hausaufgaben kümmert sich die Mutter. „Da ist meine Vaterrolle wirklich ein bisschen schwächer”, meint Herr Brands. Ab und zu kriegt sein Sohn sogar mit, wie über ihn gelästert wird. „Das geb ich dann aber nicht weiter”, grinst der. „Ist ja meistens auch scherzhaft gemeint.”
Nächstes Jahr wird aus dem Brands-Duo ein Trio, dann kommt noch die kleine Schwester Hannah dazu. Sebastian ist davon noch nicht so begeistert. Da hat er ein bisschen was mit seinem Vater gemeinsam. Dessen Schwester wollte nämlich auch mal zu uns kommen – aber als Lehrerin. Und das wäre doch toll, wenn sie bei uns unterrichten würde, oder, Herr Brands? „Niemals!!”